Man kann nicht Studierende in kürzester Zeit durch die Uni schleusen ohne mehr Geld

„Wegen der Eignungstests ist ein Braindrain weiblicher Potenziale zu befürchten.“

An den Universitäten herrscht akuter Handlungsbedarf. Die politische Diskussion zur Zukunft der Unis hat bis vor kurzem fast nicht stattgefunden. Argumente jenseits markt­wirtschaftlicher Leitsätze für oder wider Studienbeiträge oder Zugangsbeschränkungen fehlen ­bislang. Schmerzlich werden für sämtliche Argumente Evaluierungen vermisst, welche Maßnahmen geeignet sind, um „unser gemeinsames Ziel, dass mehr junge Menschen in Österreich in guter Zeit ihr Studium absolvieren“, wie Minister Johannes Hahn Anfang November meinte, zu erreichen.

Es sollen also in kürzerer Zeit mehr Studierende durch das tertiäre System geschleust werden ohne dieses gleichzeitig auszubauen , ausreichend zu finanzieren und eine mittelfristige Planungssicherheit an den Unis herzustellen: Zwei Prozent des BIPs und die gewidmete Verwendung für Lehre und Wissenschaft sind unabdingbar. Derzeit fehlen aber alleine an der Med-Uni Wien dafür zirka 150 Stellen, Eignungs­tests sind hinsichtlich sozialer Durchlässigkeit und Chancengleichheit von Frauen nicht treff­sicher, ein Braindrain weiblicher Potenziale ist zu befürchten. Medizin ist auch eine Beziehungswissenschaft, Empathie kann nicht vorweg ge­testet, sondern muss während des Studiums erworben werden.

Gerade in der Medizin wird deutlich, dass es nicht nur um Ausbildung, sondern um Bildung allgemein gehen muss. Eine Reform ist über­fällig und muss langfristig, nachhaltig, vor allem evidenzbasiert und konsensual gestaltet werden. Vielleicht in einem gemeinsamen Bildungsminis­terium? Trotz alldem sind Österreichs Unis nicht so schlecht, wie es manche Rankings ­suggerieren: Ihre Forschungsleistungen liegen heute 29 Prozent über dem Weltdurchschnitt, jene des gesamten EU-Raums nur neun Prozent darüber. Und: Ende des wenig zweckdienlichen Vergleichs mit einer Hand voll elitärer US-Privatunis!

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