Lehrer sind keine überbezahlten Materialisten

„Die derzeitigen Gehälter blockieren den Wechsel von der Wirtschaft in die Schule.“

Wer den Beruf eines Lehrers anstrebt, ist kein Materialist, ein hohes Einkommen steht nicht im Vordergrund. Karriereaussichten gibt es im Bildungssystem praktisch nicht, wenn man von wenigen Spitzenposten im Bund und in den Ländern absieht. Ein praktischer Arzt hat allerdings auch keine Karriereleiter vor sich. Bei diesem Einkommensvergleich lege ich Wert darauf, dass die Gehälter von Universitätsabsolventen mit Universitätsabsolventen verglichen werden, also von Ärzten, Juristen, Architekten, Diplomingenieuren, Pharmazeuten, Lehrern höherer Schulen usw. – aus Gründen der Fairness und nicht der Überheblichkeit!
Mit meinem Gehalt nach dreißig Dienstjahren bin ich zufrieden und auch mit dem, was mich trotz Pensionsreform noch erwartet. Das viel zitierte Lebenseinkommen (Pension eingerechnet) passt bei hoher Lebenserwartung.

Allerdings war mir schon als Junglehrer nicht einsichtig, warum ein dienstälterer Kollege bei gleicher Arbeitsleistung ein Mehrfaches verdient.  Das unselige Senioritätsprinzip in der Gehaltstabelle bewirkt, dass ein Lehrer kurz vor seiner Pension das ca. Zweieinhalbfache gegenüber dem Anfangsgehalt verdient. Österreichische Lehrer verdienen viele Jahre weniger als der OECD-Durchschnitt und „überholen“ erst am Ende ihrer Berufslaufbahn. Die derzeitigne Gehaltsstaffeln blockiert außerdem den sehr wünschenswerten Wechsel aus dem Lehrerberuf hinaus, aber auch umgekehrt aus der Wirtschaft in den Lehrberuf hinein. Eine Anhebung der Anfangsgehälter ist überfällig, damit die Qualifiziertesten und Engagiertesten nicht von der Wirtschaft abgeworben werden. Aus purem Idealismus gehen Diplomingenieure, Physiker, Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler, Sprachwissenschaftler usw. nicht in den Schuldienst. Die Schulen könnten Erfahrungen aus der Wirtschaft dringend gebrauchen.

Dass alle, ob engagiert oder nicht, gleich viel verdienen, ist ein weiterer Mangel. In der Wirtschaft winken den Engagierten Aufstiegschancen, steigende Einkommen und attraktive Prämien. In Schulen muss deshalb ein mittleres Management mit entsprechender Verantwortung und Entlohnung eingeführt werden, denn das hat sich auch in der Verwaltung und der Wirtschaft bewährt.

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