Keine Willkür unter dem Druck der Medien

„Bei der Suche nach Schuldigen dominiert die Emotio regelmäßig über die Ratio.“

So allgemein, wie die Frage hier gestellt ist, lässt sie sich sehr leicht beantworten: Manager haben fast immer Verträge, in denen neben dem Grundgehalt Bonuszahlungen vorgesehen sind. Der Bonus hängt vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab und kann in schlechten Zeiten bis auf null sinken. Es ist also seit langem gelebte Praxis, dass Spitzenmanager bei ausbleibendem Unternehmenserfolg deutlich weniger verdienen als bei hohen Gewinnen.

Dass das Thema dennoch hoch emotionalisiert und die Massen bewegt, hängt zweifellos auch mit der Finanz- und Wirtschaftskrise zusammen: In allen Industrieländern müssen derzeit Rückschläge verkraftet und Unternehmensstrategien adaptiert werden. Engagierte Projekte, die noch vor kurzem ­bewundert wurden, stellen sich jetzt als kostspielige Fehlentscheidung dar. Aufgeschobene Restrukturierungen werden plötzlich zur Bedrohung für den Fortbestand des Unternehmens. Für all diese Probleme werden natürlich Schuldige gesucht, und dabei dominiert die Emotio regelmäßig über die Ratio.

Ich möchte bei aller Emotionalität für einen pragmatischen Zugang plädieren.  Das System, Grundgehalt und Leistungsanreiz zu verbinden, hat sich im Prinzip bewährt: Gelingt es dem Manager, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten EBIT-Ziele zu erreichen, so kommt auch die Erfolgsprämie zur Auszahlung. Ansonsten ist dies nicht der Fall. Zweitens soll nicht über­sehen werden, dass Manager hohes Risiko zu tragen haben – auch wenn gerade dies medial derzeit gern in Abrede gestellt wird. Es ist enorm schwer, angesichts unsicherer Entwicklungen weit reichende Entscheidungen zu treffen, dagegen sehr leicht, im Nachhinein zu beurteilen, ob eine Entscheidung richtig oder falsch war. Gute Verträge sehen daher immer auch Klauseln für vorzeitige Ablösen vor, die den Managern, sofern sie nicht ­Verfehlungen begangen haben, gewisse Ansprüche sichern.

Die Antwortet lautet also: nein, keine vollen Bezüge bei Misserfolg, aber erst recht keine Willkür unter dem Druck ­medialer „Hinrichtungen“. Sonst wird es bald nicht mehr ­möglich sein, exzellente Manager zu rekrutieren, die auch in ­Krisenzeiten ein Unternehmen sicher steuern.

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