Je nach Sichtweise: Kaufkrafterhöhung oder Kostenfrage

„Man müsste zwischen Bereichen mit Auftragsrückgängen und mit Gewinnen unterscheiden.“

Auf diese Frage gibt es je nach Standpunkt zwei verschiedene Antworten. Die eine lautet: Eine Aussetzung der Anpassung des Lohnniveaus würde eine mögliche Erhöhung der Güternachfrage verhindern und daher gerade in einer Rezession nicht sinnvoll sein. Die zweite Antwort bezieht sich auf die Kosten für die Unternehmen und muss konsequenterweise zum Schluss kommen, dass der Verzicht auf Lohnerhöhung zu mehr Beschäftigung führt oder zumindest helfen würde, einen Beschäftigungsabbau entsprechend zu reduzieren.

Beide Antworten sind richtig, aber unvollständig.  In der Regel sind immer beide Wirkungsketten relevant. In einer Wirtschaftskrise muss allerdings auch bedacht werden, dass die marginale Sparquote hoch sein wird und rund ein Drittel der Konsumgüter aus dem Ausland importiert werden, sodass die inländische Nachfrage sich nur beschränkt auf die inländische Güterproduktion auswirken kann. Bei der angebotsseitigen Argumentation – Lohnzurückhaltung verlangsamt den Abbau der Beschäftigung – muss bedacht werden, dass in Jahren mit guten Produktivitätsfortschrittsraten und entsprechenden Gewinnen der Unternehmen eine Lohnzurückhaltung die Beschäftigung theoretisch fördert. Bei Situationen nahe der Vollbeschäftigung aber scheitert eine weitere Beschäftigung eher an Strukturmerkmalen, und eine Lohnzurückhaltung wird daher wenig Auswirkungen auf die Beschäftigung haben können.
Insofern muss derzeit auch unterschieden werden: zwischen den Bereichen, die sowohl bei den Auftragseingängen als auch bei den Preisen ihrer Produkte drastische Rückschläge hinnehmen mussten, und jenen, die die Krise bisher verhältnismäßig gut überstehen und zum Teil durchaus ansehnliche Gewinne verzeichnen konnten.
Im ersten Bereich, dem weite Teile der Industrie zuzuordnen wären, wird eine Lohnerhöhung die Verluste erhöhen und in der Regel zum Abbau von Beschäftigung führen. Die zweite Gruppe kann Lohnerhöhungen – wie in der Vergangenheit – verkraften. Wieder einmal stehen wir vor der Situation, dass Lohnerhöhungen nicht nur zwischen den verschiedenen Branchen der Wirtschaft, sondern auch innerhalb einer Branche den wirtschaftlichen Ergebnissen angemessen durchgeführt werden sollten.

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