Im EU-Vergleich liegt Österreich im Schlussfeld

„Bei der zweiten Pensionssäule ist von staatlicher Seite noch einiges zu tun.“

Ich bin der Ansicht, dass die Firmenpension keinesfalls tot ist. Wir befinden uns aber in Österreich im Vergleich zum EU-Schnitt auf einem sehr niedrigen Ausgangsniveau. Aktuell stammen nämlich nur vier bis fünf Prozent des Pensionseinkommens aus betrieblichen Vorsorgesystemen. Im Vergleich dazu liegt dieser Wert im europäischen Durchschnitt bei rund 30 Prozent. Bei den Firmenpen­sionszusagen rangieren Österreichs Arbeitnehmer im Schlussfeld: Während in skandinavischen Ländern nahezu alle Arbeitnehmer Ansprüche auf Leistungen aus einem betrieblichen Vorsorgesys­tem haben, gehen Berechnungen in Österreich von einem rund 20-prozentigen Erfassungsgrad aus.

Als positiv denkender Mensch sehe ich aber ein enormes Aufholpotenzial in der 2. Pensionssäule – wenngleich ich feststellen muss, dass hier von staatlicher Seite noch einiges zu tun ist.  Ähnlich dem deutschen Vorbild sollte der zulässige Betrag im Bereich der Entgeltumwandlung deutlich angehoben werden. Dieser liegt aktuell bei nur 300 Euro pro Jahr. Ergänzend wäre die Verankerung eines Anspruches für den Dienstnehmer durchaus überlegenswert. Parallel müsste eine durchgängige nachgelagerte Besteuerung (EET-Prinzip) für betriebliche Altersvorsorgemodelle umgesetzt werden. Das heißt, dass Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge zum ­Zeitpunkt der Zahlung und der Kapitalbildung steuerfrei belassen werden. Doppelbesteuerungen, wie sie bei Eigenbeiträgen von Pensionskassenmodellen gegeben sind, müssen korrigiert werden.

Aus betrieblicher Sicht wäre eine Reduzierung des Rechnungszinses zur Bildung der steuerlichen Rückstellung von sechs Prozent auf das Ausmaß von 3,5 bis vier Prozent erstrebenswert, um den steuerlichen Hebel für Unternehmen zu verstärken. Es wäre auch denkbar, den Aufbau von Liquidität für Vorsorgezusagen durch den Unternehmer mit zusätzlichen steuerlichen Anreizen zu versehen. Die Möglichkeiten der Zusagengestaltung (fixe und variable Beiträge) müssen flexibler gestaltet werden. Der Wechsel zwischen den einzelnen Durchführungswegen (Pensionskasse, betriebliche Kollektivversicherung) sollte vereinfacht werden. Und schließlich sollten die rechtlichen Rahmenbedingungen der betrieblichen Altersvorsorge in einer einheitlichen gesetzlichen Quelle zusammengefasst werden.

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