Generationenvertrag ist schon längst von Seniorenvertretern und Politik gekündigt

„Überalterte Parteien machen seit Jahren Politik, als ob es uns immer gut gehen wird.“

Seit Jahrzehnten halten großkoalitionäre Lobbyisten das Land im Würgegriff gefangen. Und fast alle Parteien haben sich angesichts demografischer Realitäten den Wünschen der Seniorenverbände ausgeliefert. Und so kommt es, dass auch PensionistInnen mit hoher Pension inmitten der schwersten wirtschaftlichen Krise seit Ende des 2. Weltkrieges beste Chancen haben, zwischen 1,5 und 2 Prozent Pensionserhöhung einzusacken. Während jene, die diese Pensionen finanzieren, existenziellen Bedrohungen ins Auge sehen: in Form von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit, oder sie sind – so wie viele Junge – ohne Chance auf den ersten Job. Die aktuelle Krise erlebt die Nachkriegsgeneration als konjunkturbedingten Abschwung. Die Jungen kennen den Aufschwung erst gar nicht, denn für viele unter Dreißigjährige hat die Krise schon lange vor dem Untergang von Lehman Brothers begonnen: für die in Sonder- und Hauptschulen abgeschobenen Migrantenkinder, für die armutsgefährdeten Kinder von Alleinerzieherinnen, selbst für gut ausgebildete UniversitätsabsolventInnen der Generation Praktikum.

Junge Menschen haben in Österreich keine Lobby.  Überalterte Parteien und kurzsichtig an Wahlergebnissen orientierte Regierungen machen seit Jahrzehnten Politik, basierend auf der Illusion, dass es uns in Österreich immer nur gut gehen wird. Das Ergebnis: Weder soziale, bildungspolitische noch ökologische Probleme wurden ernsthaft angegangen. Die Krise verschärft nun die Probleme: 38 Prozent Zuwachs bei der Jugendarbeitslosigkeit und ein von Besitzstandswahrungsdenken geprägtes Bildungssystem, das Innovation kaum zulässt, werden es den Jungen in den nächsten Jahrzehnten weiter erschweren. Angesichts dieser Bilanz muss man sagen: Der Generationenvertrag ist schon seit längerem aufgekündigt, aber nicht vonseiten der Jungen, sondern von den Se-
niorInnenvertretern und von kurzsichtiger Politik.

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