Führungspositionen sind in freiwilligen Plänen oft ausgespart

„Viele Gesetze schränken die Dispositionsfreiheit Einzelner zugunsten der Allgemeinheit ein.“

Viele Gesetze schränken die Dispositionsfreiheit von Menschen zugunsten von Zielen ein, die wichtig für alle sind. Das Gleichbehandlungsgesetz für die Privatwirtschaft verbietet UnternehmerInnen die benachteiligende Ungleichbehandlung aus bestimmten Gründen, um Chancengleichheit für alle zu gewährleisten.
Ein höherer Anteil an Führungspositionen für Frauen lässt sich mit dem Gleichbehandlungsgesetz jedoch nicht durch­setzen. Diese Tatsache müssen die Beschwerdeführerinnen in der Gleichbehandlungsanwaltschaft zur Kenntnis nehmen, wenn sie beim beruflichen Aufstieg trotz besserer Qualifika­tion als ihre männlichen Konkurrenten benachteiligt werden.
Das Gesetz ermöglicht zwar die Feststellung einer Diskriminierung und Schadenersatz, die Position bleibt aber besetzt. Im besten Fall gelingt eine innerbetrieblich und vertraulich ver­handelte Kompensation.

Das Gesetz enthält eine Bestimmung, die über die Verpflichtung zur Gleichbehandlung hinausgeht und Gleichstellung von Frauen und Männern als Ziel festlegt.  Gleichstellung kann nur erreicht werden, wenn nicht die (oft sehr belastende) individuelle Rechtsdurchsetzung, sondern das gewünschte Ergebnis in den Mittelpunkt rückt, beispielsweise die gleiche Verteilung der Führungspositionen auf beide Geschlechter.
Als Zielbestimmung ist Gleichstellung eine Einladung, innerbetrieblich über die Qualifikationen und Ressourcen der weiblichen Beschäftigten nachzudenken und diese entsprechend einzusetzen. Mit freiwilligen Gleichstellungsplänen können gute Ergebnisse erreicht werden. Das Thema Führungspositionen wird aber oft ausgespart oder ohne jede Selbstverpflichtung auf ein bestimmtes – auch langfristiges – Ergebnis behandelt. Norwegen hat jetzt – lange angekündigt und mit wichtigen flankierenden Maßnahmen – eine gesetzliche Verpflichtung zu einem Gleich­stellungsergebnis in einem engen, aber öffentlichkeitswirksamen Bereich um­gesetzt. Das Ergebnis spricht für sich. Ohne das Gleichbehandlungsgesetz hätten wohl auch schon bisher die Verhandlungen der Gleichbehandlungsanwaltschaft in Einzelfällen nicht so oft zum Erfolg geführt.

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