Fraglich ist, ob die Banken die Unterstützung verdienen

„Beim Zahlen gilt eben noch immer das Prinzip: weniger privat, mehr Staat.“

Die Märkte regeln sich von selbst, staatliche Regulierungen behindern ihre Entwicklung und sind daher schädlich. Auf diese kurze Formel kann man das Credo des Neoliberalismus wohl bringen. Selbst dessen heftigste Verfechter, wie die britischen Konservativen, haben sich unter dem Eindruck der von den USA ausgegangenen – mittlerweile globalisierten – Finanzkrise von diesem Glauben losgesagt.

Die von der Gier nach immer höheren Renditen, Aktienkursen, Immobilienpreisen, Provisionen und Vorstandsremunerationen befeuerte Expansion der Finanzgeschäfte, unterstützt von hoch gelobten und innovativen Instrumenten, haben die schwerste Krise nach dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Immer öfter werden Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise der Dreißigerjahre angestellt.

Schon jetzt sind die Folgen für die Realwirtschaft absehbar: Nicht nur virtuelle Werte werden durch Kursstürze vernichtet. Vermeintlich durch Kapitalmarktprodukte abgesicherte Altersvorsorgen sind gefährdet, die Wachstumsprognosen werden nach unten revidiert, ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit wird erwartet. Mühsam wird durch Notenbankinterventionen Liquidität in ein Finanzsystem gepumpt, das vom Misstrauen der Akteure gekennzeichnet ist, werden Pleiten von Banken und Versicherungen durch Verstaatlichung der Institute verhindert.

Die Frage, ob eine Großbank in den USA, die dem Vorstandsvorsitzenden zwanzig Millionen Dollar für eine Amtszeit von zwanzig Tagen berappte, es verdient, mittels staatlicher Hilfe vor dem drohenden Konkurs bewahrt zu werden, ist deshalb nur allzu verständlich. Private Gewinne wurden bereits eingestreift, die Verluste werden von den Steuerzahlern zu tragen sein.

Kein Wunder, dass der amerikanische Kongress zögert, einen Betrag von 700 Milliarden Dollar aus der Staatskasse zur Verfügung zu stellen, und das noch vor den Präsidentenwahlen. Es gibt jedoch keine Alternative. Wir werden uns wohl selbst an höhere Größenordnungen gewöhnen müssen, soll nicht lawinenartig noch mehr zerstört werden. Beim Zahlen gilt eben noch immer – weniger privat, mehr Staat.

Clinton kündigt Konsequenzen an
 

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