Erwarten von den Arbeitgebern Perspektive, die über das Beklagen der Krise hinausreicht

„Es geht nicht an, dass die Aktionäre die Gewinne kassieren und die Steuerzahler die Risiken tragen.“

Wie viel Gewinnausschüttung ist gerecht? 194 wichtige österreichische Unternehmen zahlen heuer von den Gewinnen aus 2008 vier Milliarden Euro an ihre Aktionäre und Gesellschafter aus. Fast die Hälfte dieser Unternehmen ­schüttet heuer mehr aus als im Vorjahr – das wurde alles heuer beschlossen und durchgeführt, als gäbe es keine Krise. Die Gewinnausschüttungen entsprechen im Umfang der Hälfte des jährlichen Personalaufwands dieser Unternehmen – genug für zig gute Lohn­runden. Es geht nicht an, dass die Aktionäre die Gewinne abkassieren, aber die Risiken auf Arbeitnehmer und Steuerzahler abwälzen. Denn der Wirtschaft wird massiv mit Steuergeld geholfen – zum Beispiel mit zusätzlichen Aufträgen und Haftungen von weit mehr als 10 Milliarden Euro für die Unternehmen.

Da ist es klar, dass die Gewerkschaften für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen gerechten Anteil verlangen.  Die Gewerkschaften haben in der Vergangenheit – auch in guten Zeiten – ihrer Lohnpolitik eine mittelfristige Perspektive zugrunde gelegt und nicht immer den vollen Lohnspielraum ausgenützt. Das hat bewirkt, dass sich seit 1998 die Lohnstückkosten gegenüber den Handelspartnern um vier Prozent verbessert haben und damit die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft gestiegen ist. Jetzt erwarten wir umgekehrt von den Arbeitgebern eine Perspektive, die über das Beklagen der Krise hinausreicht. Das ist auch ein Gebot der Vernunft und der Verantwortung der Unternehmen: Es ist auch im Interesse der Wirtschaft, die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu stärken. Sozialpartnerschaft findet nicht nur bei Schönwetter statt.

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