Eine Verschrottungsprämie ist kein Öko-Bonus

„Brauchen stattdessen Offensive bei Straßenbahnen und Stadt-Regionalbahnen.“

Die Verschrottungsprämie ist, simpel gesagt, Schrott. Zumindest, was die Auswirkung auf Umwelt und ­Klima betrifft. Hat man bei dieser Maßnahme
jedoch die Förderung der Autoindustrie im Auge, dann hat sie gewiss eine positive Auswirkung: ­Millionen ­österreichisches Steuergeld werden den Absatz von japanischen, koreanischen und anderen internationalen Auto­fabriken sichern. Die Verschrottungsprämie ist keine „Öko­prämie“.
Das wäre nur der Fall, wenn sie an den Kauf eines Drei-Liter-Wagens oder Elektroautos gebunden wäre. Faymann will stattdessen Benzinfresser mit einem CO2-Ausstoß von bis zu 180 g/km fördern. Und wer einen alten Benziner für einen neuen leistungsstarken Diesel zurückgibt, schadet de Umwelt stärker – durch krebserregenden Feinstaub. Die Mittel gehören anders eingesetzt – etwa in Photovoltaik. Hier brächte jeder investierte Euro den bis zu 14fachen Klimaschutz-­Effekt.

Die Verschrottungsprämie ist zudem sozialpolitischer Schrott:  Mercedes-Käufer würden genauso gefördert wie Wenigverdiener. Öffi- und FahrradbenutzerInnen – aktive Klimaschützer also – gar nicht. Auch Arbeitsplätze könnten effizienter und in höherer Zahl gesichert werden. Österreich hat ­international erfolgreiche Schienenfahrzeughersteller. Stadtbahnen für Deutschland, U-Bahnen für Bangkok, Straßenbahnen für Rumänien – alles Made in Austria. Wir brauchen eine Ausbauoffensive bei Straßenbahn und Stadt-Regional-­Bahnen. Hier mit Förderungen Gas zu geben schafft neue Chancen für Facharbeiter und nützt Mensch und Klima.
Die Verschrottungsprämie wird die Überkapazitäten in Kfz-Herstellung und -Handel nicht abbauen und Fehler wie den Bau von Spritsäufern statt Sparmobilen nicht rückgängig machen. Was ­Österreichs Kfz-Branche wirklich braucht, ist mehr Geld für Forschung und Entwicklung sparsamer Motorentechno­logien, alter­nativer Antriebe und Energiespeicher, damit das erstklassige Know-how der Universitäten, der Forschungsunter­nehmen mit Weltruf und der Zulieferer gesichert wird – für die grüne Mobilität von morgen.

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