Eine neue ethische Grundordnung im Wirtschaftsleben

„Für Gehaltsexzesse besteht heute klarerwiese weniger Verständnis denn je.“

Angesichts weitreichender staatlicher Hilfspakete und Stützprogramme im Angesicht der internationalen Wirtschaftskrise ist es natürlich und legitim, dass auch über staatliche Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten diskutiert wird. Wer mit Steuermitteln Schutzschirme spannt und Haftungen für ganze Branchen gewährt, der muss auch Einfluss auf die jeweiligen Reglements nehmen können. In den USA etwa ist die Debatte zur Begrenzung von Managereinkommen vom neuen US-Präsidenten angestoßen worden, weil in Amerika besonders spektakuläre Bonuszahlungen trotz des wirtschaftlichen Abschwungs einen aufreizenden Gegensatz bildeten. Hierzulande wurde zwar das Thema gerne aufgenommen, die hiesige Kultur unterscheidet sich aber wohl doch auffällig von US-Gebräuchen.

Die Frage ist nämlich, ob hier nicht Scheingefechte ausgetragen werden.  Das ist zwar angesichts der Monstrosität der ökonomischen Verwerfungen psychologisch verständlich, hilft aber real kaum weiter. Populistische Versuchungen sollten seriöserweise ignoriert werden. Wo der Staat in Eigentümerrolle agiert, kann er ohnehin jederzeit Einfluss auf Managementverträge nehmen, und in der Privatwirtschaft legt der jeweilige Aufsichtsrat die Bezugshöhen fest. Meist gibt es Erfolgskomponenten, die aber bei negativem Geschäftsgang ohnehin entfallen. Wichtig ist, dass es gerade jetzt eine neue ethische Grundordnung im Wirtschaftsleben gibt, in der sich Einkommen sowie Leistung und Verantwortung in einer halbwegs nachvollziehbaren Balance bewegen. Für Exzesse, wie sie in der Vergangenheit da und dort kolportiert wurden, besteht heute klarerweise weniger Verständnis denn je. Dieser ­öffentliche Druck ist gegeben, ihn müssen Aufsichtsratsorgane ohnehin bei all ihren Entscheidungen mitreflektieren.

Was aber heute wichtiger denn je ist, das ist eine internationale Anstrengung für eine neue realwirtschaftliche Architektur, die sich an nachhaltigen Wirkungen und weniger an kurzfristigen Effekten orientiert. Für die derzeitige Krise gibt es keine Vorlagen und keine Erfahrungswerte, auf die zurückgegriffen werden kann. Diese Her­ausforderung ist gewaltig, gerade deshalb sollte man sich nicht in politische Nebenfahrbahnen (ab)lenken lassen.

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