Ein erster positiver Schritt, aber kein Allheilmittel

„Leider steht außer Frage: Eine Einzelaktion kann nur schwer die Wende bringen.“

Die US-Regierung hat am letzten Wochenende die beiden Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac unter staatliche Verwaltung gestellt und damit an den internationalen Börsen für Euphorie gesorgt – die sollte allerdings nur einen Tag währen. Schon am nächsten Handelstag gab es neue, negative Schlagzeilen in Zusammenhang mit der Investmentbank Lehman, und die am Montag verbuchten Kursgewinne erwiesen sich leider nur als vorübergehend.

Dennoch sehen die meisten Börsianer die Entscheidung, Fannie & Freddie unter staatliche Verwaltung zu stellen, als positiven Schritt, wenngleich nicht als Allheilmittel. Die US-Regierung zeigt sich entschlossen, alles zu tun, um den Finanzmarkt zu stabilisieren und einen potenziell sehr teuren Systemkollaps zu vermeiden.
Finanzminister Paulsen und Notenbankchef Bernanke sind vor allem darum bemüht, einen ordnungsgemäßen Handel sicherzustellen. Ob die gewählten Lösungen den unmittelbar betroffenen Aktionären – zum Beispiel von Bear Stearns, Fannie & Freddie – immer nur Freude bereiten, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
Im Fall von Fannie & Freddie war es auch erklärtes Ziel der Aktion, die Hypothekarzinsen in den USA nach unten zu drücken. Da die US-Regierung nun explizit für Fannie & Freddie geradesteht, sinken auch deren Finanzierungskosten. Schon am Montag zeigte sich, dass dieses Kalkül aufgegangen war. Die Hypothekarzinsen verzeichneten einen Rückgang um zirka 0,4 Prozentpunkte, und nach ersten Angaben zeigte die Nachfrage nach Hypothekarkrediten zu Wochenbeginn eine spürbare Belebung.
Wiewohl also unter Marktbeobachtern kaum Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Rettungsaktion aufkommen, steht leider ebenso außer Frage, dass eine Einzelaktion nur schwer die Wende bringen kann. Die USA durchleben immer noch eine wirtschaftlich schwierige Zeit, der Arbeitsmarkt ist angespannt, die Energiekosten sind trotz der jüngsten Rückgänge immer noch hoch. Die Börse orientiert sich letztlich immer an Fundamentaldaten, und die müssen sich verbessern, um die Kurse wieder nachhaltig steigen zu lassen.

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