Die USA verursachen die Krise, die EU badet sie aus

„Die Politik des ‚Nix-tuns‘ dämpft den Konsum, gleichzeitig sinken die Exporte.“

Den beiden größten Hypothekenbanken der USA drohte die Pleite – kein Problem für den US-Finanzminister: Er nimmt sie in staatliche Obhut. Ist dies ein einmaliger Verstoß gegen marktwirtschaftliche Grundsätze? Nein, sondern typisch für die US-Politik: die Anbetung der „unsichtbaren Hand“ in Sonntagsreden und ein interventionistischer Pragmatismus unter der Woche. Dazu noch ein paar Beispiele:
- Die Aktienkurse der größten Banken verfallen, also verbietet man „short sales“.
- US-Staatsanleihen lassen sich schwer am Markt verkaufen, also kauft sie die Notenbank.
- Die Konjunktur schwächt sich ab, also senkt man die Zinsen und schickt den Haushalten rasch Steuerschecks.

In der EU ist die Politik auch unter der Woche religiös:
- Notenbankfinanzierung des Staates: der EZB streng verboten.
- Aktive Konjunkturpolitik: eine Anmaßung des Staates gegen die Vorsehung der Marktkräfte.
- Das Hauptziel der Politik: dem Markt dienen und sich selbst zurückziehen (Deregulierung, Privatisierung, Abbau des Sozialstaats – vorbildhaft: Hartz IV).

US-Pragmatismus und EU-Gläubigkeit ergänzen einander gut. In den USA ermöglichte ein Immobilienboom einige Jahre hohes Wachstum. Als er zusammenbricht, greift der Staat ein, der Konsum wird stabilisiert, der Export durch die Dollar-Entwertung stimuliert und die Krise exportiert: Nicht die USA, sondern die EU schlittert in die Rezession.
Denn „die Politik der ruhigen Hand“ (O-Ton Schröder), also des Nix-tuns, dämpft den Konsum, gleichzeitig sinken die Exporte durch die Euro-Aufwertung (der EZB sei Dank). Wie nach dem Internet-Bubble 2000 so auch diesmal: Von den USA geht die Krise aus, ausgebadet wird sie in Europa.
Nicht der US-Steuerzahler muss für die US-Politik aufkommen: wird ja durch die Fed finanziert. Via US-Leistungsbilanzdefizit gelangen dann die Dollars in Form von US-Wertpapieren in unseren Besitz. Dankbar sind wir daher für die Verstaatlichung von Freddie & Fannie: Die Einsicht in die Uneinbringlichkeit unserer Dollar-Forderungen bleibt uns so (vorerst) erspart.

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