Die Staatsanwaltschaft prüft, und Karl-Heinz Grasser sollte sich warm anziehen

„Khol gebührt die Ehren­obmannschaft der ÖVP, weil er Grasser als Vizekanzler verhinderte.“

Im Strafrecht gilt die Unschuldsvermutung, ­solange kein endgültiges Urteil gefällt ist. In der Politik herrschen andere Spielregeln. Der nahezu weltberühmte Wirtschaftspolitiker Karl-Heinz Grasser kennt diese Regeln wie jeder Gemeinderat seiner Kärntner Heimat. In gnadenloser Verkennung seiner tatsächlichen Bedeutung vermarktete er sich als Mann mit Strahlkraft und finanzpolitischer Autorität. „Ich war keine graue Maus, ich war ein Finanzminister mit Ecken und Kanten“, versicherte KHG der „Süddeutschen Zeitung“ (6. 10. 2009). „Ich habe die Republik verändert, da macht man sich eben auch Feinde.“

Das Tragische an Karl-Heinz Grasser sind sein Zug ins Lächerliche, seine Selbstüberschätzung und sein Hang zum Lässigen, die seinerzeit in seinem Ministerbüro für eine „großzügige“ und – denkt man an Äußerungen eines früheren Spitzenbeamten des Finanzministeriums – schwer kontrollierbare Atmosphäre gesorgt haben, die der Chef mitgeschaffen und mitgetragen haben dürfte. Freundschaften, vor allem mit den alten Spezis aus der FPÖ, wie etwa ­Walter Meischberger und Ernst Karl Plech oder dem PR-Unternehmer Peter Hochegger, dürften dort wichtiger gewesen sein als ministerielle ­Neutralität beim politischen Projekt des Verkaufs der staatlichen Wohnbaugesellschaft Buwog an private Investoren. Meischberger und Hochegger haben sich mittlerweile der Steuerhinterziehung von zusammen rund 10 Mio. Euro, die sie als Provisionäre er­halten haben, schuldig bekannt. Grasser will davon nichts gewusst haben. Die Staatsanwaltschaft prüft. Karl-Heinz Grasser sollte sich warm anziehen. Andreas Khol und Herwig van Staa gebührt die Ehrenobmannschaft der ÖVP dafür, dass sie 2007 Wolfgang Schüssels Plan, Grasser als Vizekanzler und Finanzminister in einer ÖVP-Koalitionsregierung zu installieren, verhindert haben.

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