Der Opernball als Geldmaschine und Werbeträger

„Der Opernball ist ein Fest der Tra­ditionen und ein Mini-Konjunkturpaket.“

Der Wiener Opernball ist sicherlich das international anerkannte Ballereignis der Stadt Wien, der Republik Österreich und auch weltweit. In der jetzigen Wirtschaftslage sollten wir nicht den Fehler machen, den Opernball als Indikator dafür zu verwenden, wie gut oder auch wie schlecht es der Gesellschaft gerade geht. Der Wiener Opernball ist vielmehr ein Fest der Traditionen. Er findet zuverlässig immer statt. Der Opernball hat zwei Weltkriege überstanden und wurde nur einmal, während der Kuwait-Krise, abgesagt. Er ist der Inbegriff österreichischer Ballkultur.

Der Opernball ist aber auch eine Geldmaschine. („Geldmaschine­ Opernball“ – ein Titel der „Welt am Sonntag“ zu dem Opernball 2008.) Der Opernball ist noch viel mehr, er ist ein Mini-Konjunkturpaket. Warum? Viele meiner Kollegen vergessen in der Diskussion „Opernball: ja oder nein?“ – der Ball hat nicht nur Ein­nahmen, er hat auch Ausgaben. Für die Auf- und Umbauarbeiten beim Opernball im Wert von ­netto 1,8 Millionen Euro werden Firmen beschäftigt. Dieser Umsatz erfolgt in einem Leistungszeitraum von vier Monaten, betrifft somit die Ballvorbereitungen sowie Anfertigung und Instandsetzung der Balldekoration. In der Opernball­woche werden in der Staatsoper etwa 40 Firmen aus den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Oberösterreich, Salzburg und Tirol beschäftigt. Zu Spitzenzeiten während der Umbauarbeiten kommen circa 350 Facharbeiter und 150 Helfer zum Einsatz. Am Ballabend hat die Gastronomie rund 280 Personen zur Bewirtung der Gäste beschäftigt. Weiters sind vor Ort etwa 300 Personen für die Sicher­heit im Einsatz. Ungefähr 100 Musiker sorgen für gute Stimmung. Der Reingewinn des Opernballs beträgt rund 1,1 Millionen Euro, diese fließen ins Opernbudget.

Doch es gibt noch mehr Gelder, die fließen – an Taxis, Restaurants, Hotels, Boutiquen, Friseure, Reiseveranstalter, Museen, Kos­tümverleiher… Nicht zu vergessen, dass der Ball an einem Donnerstag stattfindet und die Gäste – viele kommen aus den Bundesländern oder dem Ausland – über das Wochenende bleiben.
Zu guter Letzt unser staatliches Fernsehen, das diesen Ball über die Grenzen Österreichs hinaus in die Welt sendet. Wer errechnet den Werbewert, den Österreich und die Stadt Wien daraus erwirtschaften?

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