Das Laissez-faire der ­Finanzwirtschaft ist gescheitert

„Es braucht mehr Staat. Und zwar dort, wo es um strenge Spielregeln geht.“

Die derzeitige Krise macht die Grenzen unregulierter Finanzmärkte deutlich und zeigt auch, dass in einer ernsthaften Krisensituation nur der Staat gegensteuern kann. Neben dem aktuellen Krisenmanagement geht es zunehmend um die Frage, was wir daraus lernen können und auch müssen, um eine solche Krisensituation in Zukunft zu vermeiden.

Ersetzen wir gedanklich für einen Moment die Finanzwirtschaft durch die zivile Luftfahrt. Jedem Menschen ist klar, dass der ­internationale Flugverkehr nicht ohne strenge Regeln und ­Kontrollen funktionieren kann. Ohne Regeln wären Abstürze vorprogrammiert. Diese strengen Regeln und Kontrollen in der Luftfahrt ermöglichen erst einen funktionierenden ­privatwirtschaftlichen Markt zwischen den einzelnen Airlines. Was für die Luftfahrt als selbstverständlich gilt, muss ­meiner Ansicht nach in Zukunft auch für die Finanzwirtschaft gelten.

Besinnen wir uns doch einmal auf das Kerngeschäft von Banken. Die zentrale Aufgabe der Banken ist es, einen sicheren ­Hafen für Sparer zu bieten, die ihr Geld anlegen wollen, und jenen Menschen und Betrieben Kredite zur Verfügung zu stellen, die dann mit Zinsen zurückgezahlt werden. Es ist nicht Aufgabe einer Bank, als Spielerplattform für Spekula­tionsgeschäfte zu fungieren, und schon gar nicht ist es ihre ­Aufgabe, selbst hochspekulative Geschäfte einzugehen, um Gewinne zu maximieren. Der vorherrschende Laissez-faire-Stil in der Finanzwirtschaft nach dem Motto „Der Markt regelt sich schon von alleine, wenn man ihn nur lässt“ ist gründlich gescheitert. Das müssen alle zur Kenntnis nehmen – auch diejenigen, die bis heute die Selbstregulierungskräfte des Marktes predigen.

Ja, es braucht mehr Staat. Und zwar genau dort, wo es darum geht, strenge Spielregeln für die Finanzmärkte aufzustellen und diese auch streng zu kontrollieren. Denn nur in einem solchen Rahmen mit strengen Regeln kann die Finanzwirtschaft marktwirtschaftlich funktionieren.

Clinton kündigt Konsequenzen an
 

Aktuell

Heftige Kritik der USA nach Wikileaks-Enthüllungen

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender