Das Besoldungssystem braucht Leistungsanreize

„Kindergarten-PädagogInnen sind um nichts weniger gefordert als LehrerInnen.“

Unser Gehaltssystem ist antiquiert: „Unten“ – in Kindergärten und Volksschulen – befinden sich die kürzest ausgebildeten, am wenigsten angesehenen und am schlechtesten bezahlten PädagogInnen. Je „höher“ wir kommen, desto besser ausgebildet, sozial angesehener, besser bezahlt und – kein Zufall – männlicher wird das Personal. Wir brauchen ein neues Dienst- und Besoldungsrecht, gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit und natürlich eine viel flachere Gehaltskurve als bisher.

Vielfach herrscht bei uns noch die naive Annahme, die Arbeit in Kindergärten und Volksschulen verlaufe auf einer pädagogischen Schmalspur,  sodass man sie ruhig schlechter bezahlen könne. Wer so denkt, hat den gesellschaftlichen Wandel der letzten Jahrzehnte nicht verstanden. Gerade durch die unterschiedlichen Herkunftsmilieus der Kinder gibt es höchste Anforderungen an die sozialen, sprachlichen und mathematischen Kompetenzen des Lehrpersonals. Heute sind PädagogInnen im Kindergarten und in der Volksschule um nichts weniger gefordert als LehrerInnen an höheren Schulen.
Zudem zeigen alle internationalen Vergleiche: Jene Schulsysteme schneiden am besten ab, die in die Ausbildung und somit auch Bezahlung der pädagogischen Kräfte im primären Bildungsbereich zumindest gleich viel investieren wie in jene der Lehrkräfte im sekundären und tertiären Bereich. Eine gleichwertige universitäre Ausbildung für alle PädagogInnen vom Kindergarten bis zu den höheren Schulen ist deshalb unumgänglich. Sie darf allerdings nicht Uniformierung und praxisferne Akademisierung bedeuten.

Und das Besoldungssystem braucht Leistungsanreize:  Die Kompetenz einer Lehrkraft und der Erfolg unterstützender Maßnahmen müssen durch externe Evaluation bewertet werden. Für österreichische LehrerInnen wäre ein solches System gewöhnungsbedürftig. Doch eine Schule, die in erster Linie das Wohl der Kinder im Auge hat, sollte sich einer kritischen Bewertung nicht verschließen. Der zu erwartende Mehraufwand für das Budget ist – zumindest mittelfristig, bis das System umgestellt ist – erheblich, doch überschaubar und allemal eine gute Investition in die Ressource Bildung.

Clinton kündigt Konsequenzen an
 

Aktuell

Heftige Kritik der USA nach Wikileaks-Enthüllungen

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender

Originelle Geschenkidee zur Weihnachtszeit
 

Aktuell

FORMAT verlost drei Bier-Adventskalender