Berührungsängste, Versprechen und die große Koalition

„In Zeiten wie diesen müssten alle Parteien versuchen, über die Grenzen zu schauen.“

Es ist schwierig, den österreichischen Wahlkampf zu ignorieren - nicht nur, weil er seit Wochen Nachrichtenthema Nummer eins ist. Inzwischen ist es auch schwierig geworden, sich Straßenzüge ohne Wahlplakate und Dreiecksständer vorzustellen. Die Wahl ist für Österreich wichtig, keine Frage, auch weil sie in einer Zeit der allgemeinen Sorge über die weltwirtschaftliche Misere stattfindet. In Zeiten wie diesen müssten alle Parteien versuchen, über Österreichs Grenzen zu schauen; wobei manche genau das Gegenteil machen und - zumindest verbal - diese Grenzen dicht machen. Im Allgemeinen haben alle Parteien versucht, ein eigenes Profil zu entwickeln, wobei ich hier feststellen muss, dass das der FPÖ gut gelungen ist - auch wenn sie keine geschmackvollen oder fairen Slogans affichiert. Die Grünen haben mit ihrer "Gegenkampagne" gepunktet: Das ernste, aber integre Gesicht von Van der Bellen kommt gut an - mehr nicht. Entgegen den "Wahlzuckerln" der anderen Parteien halten sich die Grünen zurück. Wie eine Umfrage der letzten Tag gezeigt hat, geben alle Befragten an, dass sie ohnehin nicht an die Versprechen der Parteien glauben. Und das sagt eigentlich schon alles.

Auch ein Punkt ist die wachsende Bedeutung vom Fernsehduellen. Besonders gut schneidet hier Werner Faymann ab. Darüberhinaus bin ich gespannt, wie die kommende Regierung aussehen wird. Die österreichische Bevölkerung hat die Nase voll von einer großen Koalition. Andere Konstellationen werden jedoch schwer zu bilden sein. Die SPÖ und die Grünen nehmen beide für sich in Anspruch, "sozial" zu sein, scheinen dabei aber sehr wohl Berührungsängste in Bezug auf andere Parteien zu haben. Keine der Großparteien will nach der Wahl mit der FPÖ koalieren. Die schon öfter in Aussicht gestellte Möglichkeit einer Koalition zwischen den Grünen und der ÖVP wird schwierig, weil man sich die Frage stellen muss, ob sich diese Koalition rein rechnerisch nach der Wahl ausgehen kann (wohl eher nicht) und es abseits davon zu viele grundsätzliche Unterschiede zwischen den beiden Parteien gibt. Was bleibt? Eine verunsicherte Wählerschaft. Denn viele wissen ein paar Tage vor der Wahl noch immer nicht, wo sie ihr Kreuz machen sollen oder ob sie überhaupt zur Urne gehen.

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