Bei einem Treffen alles klären? Fortschritt ist in Aussicht, aber es bleibt viel zu tun.

„Zeit, um zu „Business as usual“ zurückzukehren? So verständlich der Wunsch – es wäre kurzsichtig, es zu tun.“

Erste Lehren aus der Krise wurden bereits gezogen, Reformen im Finanzsektor sind in Bewegung, und eine Stabilisierung der Konjunktur ist eingetreten. Zeit also, um zu „Business as usual“ zurückzukehren? So verständlich der Wunsch – es wäre kurzsichtig, es zu tun. Massives Gegensteuern von Notenbanken und Regierungen hat zur Stabilisierung der Lage beigetragen – Liquidität, so viel wie nachgefragt, bei gleichzeitig niedrigen Zinsen hat Liquiditätsengpässe bei den Banken beseitigt und zur Verbesserung der Geldmarktsituation beigetragen. Die ausreichende Kreditversorgung der Wirtschaft ist weiterhin im Zentrum der Aufmerksamkeit. Zudem überdenken Banken ihre Geschäftsmodelle und arbeiten daran, staatliche Garantien und Kapitalzuführung wieder zurückzuführen.

Was wird sich am Rahmen ändern?  Die G-20 – eine Gruppierung „alter“ Industrienationen und „neuer“ Wirtschaftsmächte – haben weit reichende Reformen des Finanzsektors auf den Weg gebracht. Wird in knapp zwei Wochen bei einem neuen Treffen alles geklärt sein? Fortschritt ist in Aussicht, aber es bleibt viel zu tun. ­Regierungsvertreter, Bankaufseher und Notenbanken haben sich bereits darauf verständigt, dass (1) mehr Eigenkapital- und Liquiditätsvorsorge betrieben werden soll, (2) mehr Transparenz geschaffen werden muss, (3) es Regeln auch für das „Schattenfinanzsystem“ geben muss, (4) ein besonderes Augenmerk auf systemisch relevante Finanz­institute, die aufgrund ihrer Größe und Vernetzung bei Problemen das Gesamtsystem „anstecken“ ­können, notwendig ist und dass (5) finanzielle Anreize längerfristig optimales Verhalten bewirken sollen und nicht nur an den kurzfristigen Erfolg gebunden sind. In Europa ist überdies eine intensive Zusammenarbeit von Aufsehern, Notenbanken und Regierungsvertretern beschlossen worden.
Diese globalen Gipfelgespräche bringen auch Auffassungsunterschiede zutage: Wie viel Regulie­rung ist erforderlich? Oder: Kann man das Ausmaß von Krisen verringern und besser vorsorgen? Vor einem Jahr stand die Krisenbekämpfung im Vordergrund. Heute geht es darum, die Lehren aus der Finanzkrise umzusetzen. Dafür ist es noch nicht zu spät. Aber es ist höchste Zeit.

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