Auch große Mitgliedsstaaten wie Deutsch-
land betreiben absolut unhaltbare Politik

„Eine neue Drachme hilft nicht einmal den Haien.“

Ja, der Euro ist in Gefahr. Erstens, weil mehrere Mitglieder des Klubs eine Wirtschaftspolitik betreiben, die ihre Wettbewerbsfähigkeit in einer Währungsunion gefährdet. Alle reden derzeit von Griechenland und einigen anderen, meist süd­europäischen Staaten. Auf mittlere und lange Sicht betreiben aber auch große Mitgliedsstaaten mit starken Alterungs- und Schrumpfungstendenzen eine absolut unhaltbare Sozial- und Wirtschafts­politik, das gilt etwa für Italien und Deutschland.Der Euro ist auch deshalb in Gefahr, weil an den Finanzmärkten schon wieder mit Hebelprodukten hantiert wird, die einseitig bestimmte Themen (Griechenland) spielen. Wenn die Haushaltsdefizite und die Aufnahme von Staatsschulden das wichtigste Problem des Jahres 2010 darstellen, warum befinden sich Länder wie England, die USA oder Japan – alle mit Haushaltsdefiziten bei oder über 10 Prozent des Sozialproduktes – dann nicht in größerer Schieflage als Griechenland?

Außerdem sind die Banken, die die Papiere von letzteren Emittenten besitzen, keineswegs alle verlässlich saniert.  Ist diese Betrachtung relevant, könnte die derzeitige Schwäche des Euros vor­übergehend sein. Obamas Wunsch, die USA mögen ihre Industrieproduktion verdoppeln, passt ebenfalls kaum mit einem starken Dollar zusammen. Der dritte Grund, warum der Euro in Gefahr sein könnte, ist der Mangel an Erkenntnis über die positive Wirkung der gemeinsamen Währung für diejenigen, die davon profitieren. Wirtschaft und Politik im Binnenmarkt sind nicht selbst­bewusst, nicht stolz genug, diese europäische ­Institution zu verteidigen. Ebenso wie der französische Franc 1992 durch das europäische Währungssystem verteidigt wurde gegen Soros’ Attacken, kann der Euro heute gesichert werden. Konstruktive Hilfe bei engagierter Selbsthilfe (der Defizitländer) ist die Therapie, die Europa und der internationalen Gemeinschaft am meis­ten dient. Eine neue Drachme hilft nicht einmal den Haien.

Clinton kündigt Konsequenzen an
 

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