Aktuell größte Gefahr: Zu frühe Beendigung der öffentlichen Stimulation der Wirtschaft

„Solange allein in der EU gegenüber 2008 um zehn Millionen Menschen mehr arbeitslos sind, gibt es keinen Anlass zur Entwarnung.“

Sämtliche Krisen der neueren Geschichte weisen eine ähnliche Sequenz der Eskalation auf. Sie begannen als Finanzdesaster, weiteten sich zu Wirtschaftskrisen aus und mündeten in sozialen, letztendlich in politischen Krisen. Sollte sich diese Abfolge – wie zu erwarten steht – erneut wiederholen, wäre der momentane Jubel vermittels Metaphern à la „Licht am Ende des Tunnels“, „Hoffnungsschimmer“, „grüne Sprossen“ und ähnlicher Verbalismen, inklusive der aktuellen Börsenhausse, deutlich verfrüht. Es ist zwar richtig, dass der völlige Zusammenbruch des Weltfinanzsystems und seiner Wirtschaft verhindert wurde. Und man kann gerne die Hoffnung hegen, dass die internationale Gemeinschaft auch die Krise der Realwirtschaft, die Millionen zusätzlicher Arbeitsloser mit sich brachte und noch bringen wird, eindämmen kann.

Ein Problem ist aber die Debatte über „exit strategies“,  also Strategien, die die Maßnahmen gegen die Krise beenden und wieder „normale Verhältnisse“ herstellen sollen (etwa mittels Abbaus staatlicher Defizite und Zinserhöhungen der Notenbanken). Um Missverständnissen vorzubeugen: Das wird irgendwann notwendig sein. Aber entscheidend ist der Zeitpunkt: Solange allein in der EU gegenüber 2008 um zehn Millionen Menschen mehr arbeitslos sind (diese Zahlen werden 2010 weiter steigen), gibt es keinen Anlass zur Entwarnung. Eine derart dramatische Unterbeschäftigung ist Quelle sozialer und politischer Krisen. Der Ruf nach „back to normal“ suggeriert dagegen allzu blauäugig, dass die Welt nach der Krise wieder so funktionieren könnte wie davor. Die Hauptfrage für die Weltwirtschaft lautet, wie man nachhalti­ges und krisenfreieres Wirtschaften ermöglicht. Die aktuell größte Gefahr auf dem Weg dorthin ist die zu frühe Beendigung der öffentlichen Stimulation der Wirtschaft. Wer den Aufschwung will, darf nicht zu früh den Mut verlieren.

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