Ägyptens Präsident Mubarak bleibt im Amt: Präsident will Macht an Suleiman abtreten

Der ägyptische Präsident Mubarak hat angekündigt, er werde Macht an seinen Stellvertreter Suleiman abtreten. In einer Rede an die Nation, die vom Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, lehnte er zugleich einen formellen Rücktritt ab. Nach der von den Demonstranten mit Enttäuschung aufgenommenen Fernsehansprache warnte Oppositionspolitiker ElBaradei vor einer Eskalation der Proteste in dem Land.

"Ägypten wird explodieren", befürchtete ElBaradei, der ehemalige Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO. "Die Armee muss das Land nun retten", fügte der Friedensnobelpreisträger hinzu. Das Militär kündigte unterdessen einem Fernsehbericht zufolge eine "wichtige Erklärung" an. Der Hohe Rat der Streitkräfte werde sich "in Kürze" mit einer Mitteilung an die Bevölkerung wenden, berichtete der Sender Al-Arabiya am Freitag.

Mubarak sagte, dass er die Umsetzung der versprochenen Reformen und eine friedliche Übergabe der Macht selbst überwachen wolle. "Ich bin entschlossen, alle Versprechen zu erfüllen." Er erkenne die Forderung der ägyptischen Jugend, die von einer besseren Zukunft träume, vollständig an. Er habe Änderungen von sechs Paragrafen der Verfassung angeordnet. Sobald wie möglich solle der seit Jahrzehnten geltenden Ausnahmezustand in Ägypten aufgehoben werden.

Allerdings werden er sich keinem Druck beugen, sagte Mubarak. "Ich kann keine Befehle aus dem Ausland akzeptieren." Ein nationaler Dialog habe begonnen, "wir sollten diesen Weg weitergehen", sagte Mubarak. "Wir haben uns auf einen Rahmen geeinigt, bauen wir ihn aus zu einem Fahrplan, zu einem Zeitplan." Er sagte: "Das Blut, das vergossen wurde, war nicht vergeblich."

Besonders auf dem Tahrir-Platz in Kairo herrschte aufgeheizte Stimmung, weil Mubarak in seiner Rede an die Nation nicht wie von vielen erwartet seinen sofortigen Rücktritt verkündet hatte. Die rund 200.000 Demonstranten reckten aus Wut ihre Schuhe in die Höhe. In den Stunden zuvor hatte es von mehreren Seiten Hinweise dafür gegeben, dass Mubarak seinen Rücktritt erklären würde.

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- APA

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