Ägyptens Armee ordnet vollständige Räumung des Tahrir-Platzes an

Das ägyptische Militär hat die verbliebenen Demonstranten in Kairo aufgefordert, den zentralen Tahrir-Platz zu räumen. Die Armee habe ihnen mit Festnahmen gedroht, wenn sie den zum Symbol für den Volksaufstand gewordenen Platz nicht in Kürze verlassen, sagte einer der Protestierenden am Montag. Augenzeugen zufolge umstellten Militärpolizisten und Soldaten die Demonstranten.

Nach dem Rücktritt von Präsident Mubarak waren mehrere Dutzend Demonstranten auf dem Platz der zentralen Protestkundgebungen geblieben, um ihren Forderungen nach mehr Demokratie Nachdruck zu verleihen. Der Militärrat, der übergangsweise die Macht übernommen hat, hatte die Demonstranten bereits am Sonntag aufgefordert, den Platz zu räumen. Das Gremium hatte zudem angekündigt, das Land nur sechs Monate lang oder bis zur nächsten Wahl zu führen.

Unterdessen trafen ägyptische Internet-Aktivisten nach eigenen Angaben mit Vertretern des Obersten Militärrats zusammen, um über die Reformen zu diskutieren. "Wir haben die Armee getroffen (...), um ihren Standpunkt zu verstehen und unseren darzustellen", teilten der ägyptische Google-Manager Wael Ghonim und der Blogger Amr Salam am Montag in einer Erklärung im Internet mit.

Ghonim ist der Google-Marketingchef für den Nahen Osten und Afrika. Er war während der Proteste gegen Mubarak festgenommen worden, die zwölftägige Haftzeit musste er nach eigenen Angaben mit verbundenen Augen zubringen. Außerdem verwaltete er die Gruppe "Wir sind alle Khaled Said" im Online-Netzwerk Facebook, die an der Organisation der regierungskritischen Massenproteste beteiligt war. Der Name der Gruppe bezieht sich auf einen jungen Mann, den die ägyptische Polizei zu Tode geprügelt hatte.

- APA

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