Ägypten jubelt über Mubaraks Rücktritt

Die ganze Nacht haben die Ägypter den Rücktritt von Präsident Mubarak gefeiert. Am Samstag in der Früh wurde die Stimmung kurzzeitig besinnlicher, als die Demonstranten gemeinsam auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo beteten. Es sei ein feierlicher Moment gewesen, sagte eine Korrespondentin des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera.

Unterdessen begann die Armee am Tahrir-Platz errichtete Barrikaden abzubauen. Die Soldaten entfernten Stacheldraht und auch ausgebrannte Fahrzeuge, die die Demonstranten zum Schutz vor Angriffen von Mubarak-Anhängern aufgestellt hatten. Auch die Barrikaden vor dem Ägyptischen Museum an der Nordseite des Platzes wurden abgebaut. Die Panzer, die die Zugänge zum Platz versperrt gehalten hatten, fuhren auf die Seite. Auch viele Demonstranten halfen beim Aufräumen des Platzes.

Tausende Ägypter blieben am Samstagvormittag auf dem Tahrir-Platz, der Mittelpunkt der 18 Tage langen Massenproteste gegen Mubarak gewesen war. Viele von ihnen hatten die ganze Nacht durchgefeiert. Mubarak war am Freitagnachmittag zurückgetreten, der Rückzug des 82-Jährigen nach fast 30 Jahren im Amt wurde auch international begrüßt.

Mubarak hatte nach 18-tägigen Protesten dem Druck von Millionen Demonstranten nachgegeben und seinen Rückzug erklären lassen. Das Militär übernahm die Macht. Das Militär sagte am Freitag zu, der Ausnahmezustand werde aufgehoben, wenn die Umstände es zuließen. Mubarak selbst setzte sich nach Sharm el-Sheikh auf den Sinai ab. Nach Mubaraks Rücktritt übernahm am Freitagabend der Oberste Militärrat unter dem bisherigen Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi die Macht.

Vor allem in den arabischen Staaten kam es spontan zu zahlreichen Freudenfeiern nach dem Rücktritt Mubaraks. Im Jemen, wo Langzeitpräsident Ali Abdullah Saleh vorbeugend auf eine neuerliche Kandidatur verzichtete, strömten im ganzen Land Menschen auf die Straßen, um den Ägyptern zur gratulieren. Im Gazastreifen brachten Tausende feiernde Palästinenser den Verkehr zum Erliegen. Auch in London, New York, Paris, Berlin und in Wien fanden spontane Freudenfeiern statt.

- APA

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