Ackermann entgeht Briefbomben-Anschlag

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist einem Briefbomben-Anschlag entgangen. Das Hessische Landeskriminalamt erklärte am Donnerstag, dass es sich bei der am Vortag abgefangenen verdächtigen Sendung an den Schweizer nach ersten Erkenntnissen um eine funktionsfähige Briefbombe gehandelt habe. Eine linksanarchistische Gruppe aus Italien bekannte sich zu dem Anschlagsversuch.

Ein Polizeisprecher sagte, es deute nichts auf einen "gewerblichen oder militärischen Sprengstoff hin", sondern auf "Eigenbau", etwa aus Feuerwerkskörpern. Das LKA ermittelt nun gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt. Der verdächtige DIN-A5-Umschlag war am Mittwochnachmittag am Frankfurter Hauptsitz der Deutschen Bank eingegangen und den Sicherheitsleuten in der Routine-Überprüfung aufgefallen. Er war an Ackermann persönlich adressiert, aber der 63-Jährige hielt sich zu der Zeit Finanzkreisen zufolge nicht in der Bank auf.

Zu dem versuchten Briefbombenanschlag hat sich eine linksanarchistische Gruppe aus Italien bekannt. Bei der Spurensicherung sei ein verstecktes, gerolltes Bekennerschreiben der "FAI - Federazione Anarchica Informale" entdeckt worden, teilte das hessische LKA mit. Bei der "FAI" handle es sich um eine terroristische, linksanarchistische Organisation, teilte das LKA mit. Die Gruppe habe in der Vergangenheit mehrfach die Verantwortung für Anschläge gegen staatliche Organisationen in Europa mit Schwerpunkt in Italien übernommen.

In dem Schreiben werde vor "drei Explosionen gegen Banken, Bankiers, Zecken und Blutsauger" gewarnt. Das LKA geht daher davon aus, dass noch zwei weitere Briefbomben verschickt worden sein könnten. Den Angaben zufolge gab es bereits 2003 einen Anschlagversuch mit einer Briefbombe auf die Europäische Zentralbank in Frankfurt. Auch hier habe auch ein Bekennerschreiben der "FAI" vorgelegen.

In letzter Zeit habe die Zahl der Drohungen gegen Ackermann massiv zugenommen - vor allem auch im Internet. "Mach Dich vom Acker-Mann", ist eines von vielen Beispielen. Künftig werde der Top-Banker voraussichtlich stärker und offensichtlicher als bisher von Leibwächtern beschützt, hieß es.

Ackermann, der den Chefsessel der Bank im kommenden Jahr verlässt, gilt für viele in Deutschland als das Gesicht des Kapitalismus. Sein Einsatz für die Belange der Finanzbranche hat ihn bei Bankenkritikern seit längerem zur Zielscheibe der Kritik gemacht.

- APA

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