A-Tec-Sanierungsverfahren angenommen

Die Gläubiger des insolventen börsenotierten A-Tec-Konzerns dürfen nach der Annahme des Sanierungsplans am Mittwoch mit einer Quote von 47 Prozent plus einer Superquote rechnen, falls ein Investor für den Mischkonzern des Industriellen Mirko Kovats bis Ende Juni 2011 gefunden wird. Damit ist das Sanierungsverfahren abgeschlossen. Der befürchtete Anschlusskonkurs konnte zunächst vermieden werden.

Der bisherige Sanierungsverwalter Matthias Schmidt bekommt als Treuhänder umfassende Kompetenzen und begibt sich auf Investorensuche. Sollte bis Ende Juni kein Investor gefunden werden, muss Schmidt mit der Verwertung des Unternehmens beginnen. Der Erlös fließt dann (fast) zur Gänze an die Gläubiger.

Falls ein Investor gefunden wird, muss er bis Ende September 2011 die Quote bezahlen, sonst geht das Unternehmen in Liquidation, sagte Gläubigersprecher Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband (KSV). Mit der Annahme des Sanierungsplans seien die Chancen für die Sanierung der A-Tec spürbar gestiegen. Von der in Aussicht gestellten Superquote erwartet sich der Gläubigersprecher nicht allzuviel - höchstens ein paar Prozentpunkte. Damit sei zunächst die Schuldenregulierung gelungen, teilweise würden sie gestundet, so der Gläubigersprecher.

Ein Investor müsste rund 250 Mio. Euro aufbringen, um bei der insolventen A-Tec einzusteigen. Aus diesem Erlös soll die Quote für die Gläubiger befriedigt werden, so der Plan. Von den 750 Mio. Euro angemeldeten Forderungen gegen die A-Tec sind 672 Mio. Euro anerkannt, knapp 300 Mio. Euro davon sind sogenannte bedingte Forderungen wie etwa Haftungen und Patronatserklärungen.

Von Gläubiger- und Schuldnerseite wird betont, dass es Interessenten für den A-Tec-Konzern gebe. Sanierungsverwalter Schmidt wollte nach dem Gerichtstermin die Frage nach möglichen Interessenten nicht kommentieren. Für Gerhard Weinhofer von der Creditreform ist mit dem Beschluss das "für die Gläubiger bestmögliche Ergebnis erzielt worden".

Der Kurs der A-Tec-Aktie ist am Mittwoch mit hohen Umsätzen explodiert, Beobachter aus dem Finanzbereich warnen aber davor, die dem vorausgegangene Annahme des Sanierungsplanes für die Lösung des Problems zu halten. "Die Zustimmung der Anleihegläubiger bedeutet noch nicht, dass ein Investor gefunden ist", hieß es auf APA-Anfrage von einem Bankanalysten, der nicht genannt werden wollte: "Das Problem ist noch nicht gelöst."

- APA

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