Deutscher Großhandel mit stärkster Teuerung seit 47 Jahren

Anstieg im September um 13,2 Prozent zum Vorjahr

Deutscher Großhandel mit stärkster Teuerung seit 47 Jahren

Deutscher Großhandel mit stärkster Teuerung seit 47 Jahren

Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel sind im September so stark gestiegen wie seit über 47 Jahren nicht mehr. Sie lagen um 13,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Einen kräftigeren Anstieg gab es zuletzt im Juni 1974, als die Preise im Zuge der ersten Ölkrise um 13,3 Prozent zulegten.

Damit beschleunigte sich der Auftrieb erneut deutlich: Im August hatte die Teuerungsrate bei 12,3 und im Juli bei 11,3 Prozent gelegen. Die Entwicklung gilt als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen, da der Großhandel das Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden ist. Die Inflationsrate in Deutschland liegt aktuell mit 4,1 Prozent so hoch wie seit 1993 nicht mehr und dürfte sich Experten zufolge bis Jahresende weiter in Richtung fünf Prozent bewegen.

"Der hohe Anstieg der Großhandelspreise gegenüber September 2020 ist zum einen durch aktuell stark gestiegene Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte begründet", erklärten die Statistiker. "Zum anderen kommt ein Basiseffekt infolge des sehr niedrigen Preisniveaus der Vorjahresmonate im Zusammenhang mit der Corona-Krise zum Tragen."

Ein starker Preistreiber war den Angaben zufolge die Entwicklung bei Erzen, Metallen und Vorprodukten aus Metall: Sie verteuerten sich um 62,8 Prozent. Mineralölerzeugnisse kosteten 42,3 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Besonders kräftige Anstiege gab es auch im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen (+84,6 Prozent) sowie mit Roh- und Schnittholz (+54,6 Prozent).

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