Trend Logo

30 Milliarden Dollar Schaden durch Krypto-Betrug seit 2017

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
1.155 kriminelle Vorfälle wurden im untersuchten Zeitraum dokumentiert
©APA/APA/dpa/Zacharie Scheurer
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Durch Cyberangriffe und Betrug mit Kryptowährungen ist seit 2017 weltweit ein Schaden von mindestens 30 Milliarden US-Dollar (28,5 Mrd. Euro) angerichtet worden - das haben Forscher und Forscherinnen des Complexity Science Hub (CSH) in Wien und der Universität Montreal berechnet. Mit dem Projekt "DeFi Trace" will das CSH nun Methoden zur automatischen Nachverfolgung illegaler Zahlungsströme im Bereich Dezentralisierter Finanzdienstleistungen entwickeln.

von

Durch Cyberangriffe und Betrug mit Kryptowährungen ist seit 2017 weltweit ein Schaden von mindestens 30 Milliarden US-Dollar (28,5 Mrd. Euro) angerichtet worden - das haben Forscher und Forscherinnen des Complexity Science Hub (CSH) in Wien und der Universität Montreal berechnet. Mit dem Projekt "DeFi Trace" will das CSH nun Methoden zur automatischen Nachverfolgung illegaler Zahlungsströme im Bereich Dezentralisierter Finanzdienstleistungen entwickeln.

Insgesamt wurden in dem untersuchten Zeitraum weltweit 1.155 kriminelle Vorfälle im Zusammenhang mit Kryptowährungen dokumentiert. Während im Jahr 2017 nur 16 Fälle aufgezeichnet wurden, stieg die Zahl im Jahr 2022 auf alarmierende 435 Fälle an. "Das bedeutet aber nicht, dass es nicht noch mehr Fälle geben kann. Dementsprechend sind alle unsere Ergebnisse Mindestwerte," betont der Leiter der Forschungsgruppe Cryptofinance am Complexity Science Hub, Bernhard Haslhofer.

Die Forscher identifizierten technische Schwächen und manipulierte Kryptowährungen als Hauptursachen für diese Vorfälle. Der mit Abstand größte dokumentierte Verlust beträgt 3,6 Mrd. US-Dollar und steht im Zusammenhang mit Africrypt, einer zentralisierten Finanzplattform in Südafrika.

Decentralized Finance (DeFi) repräsentiert ein neues Finanzparadigma, bei dem Finanzdienstleistungen (z.B. Kreditvergabe) durch dezentrale Computerprogramme auf Blockchains angeboten werden. Trotz der hohen Zahl an Vorfällen im DeFi-Bereich waren die finanziellen Verluste im CeFi-Bereich, der die Verbindung zwischen dem traditionellen Finanzwesen und dezentralisierten Finanzsystemen darstellt und über ein zentralisiertes Verwaltungssystem verfügt, deutlich größer. Bei lediglich 105 dokumentierten Vorfällen im CeFi-Bereich beliefen sich die Verluste auf 20 Mrd. US-Dollar.

Angesichts der Schwierigkeit, gestohlene Gelder zurückzuverfolgen, wird nun das Projekt "DeFi Trace" am Complexity Science Hub gestartet. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung von Methoden zur automatisierten Nachverfolgung illegaler Zahlungsströme im DeFi-Bereich. Das Projekt erhält Unterstützung von mehreren Institutionen, darunter drei österreichische Ministerien und die Bayrischen Strafverfolgungsbehörden.

Der Complexity Science Hub (CSH) in Wien ist eine Forschungseinrichtung, die sich auf die Anwendung von Methoden der Komplexitätswissenschaft auf große Datensätze und Echtzeitdaten konzentriert. Der CSH bringt Wissenschafter aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um komplexe Systeme aus verschiedenen Perspektiven zu untersuchen.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Nachrichtenfeed
Nichts Neues zu Joint Venture Borealis mit Borouge
Der Strategieplan zeigt Perspektiven für die Agrarbetriebe auf
Nachrichtenfeed
Agrarbetriebe sollen mit "Vision 2028+" zukunftsfit werden
Mieten ist auch im Vorjahr wieder teurer geworden
Nachrichtenfeed
Immobilienpreise 2023 gesunken, Mieten gestiegen
Klagen über unfaire Konkurrenz durch Shein und Temu
Nachrichtenfeed
Handel beklagt unfaire Konkurrenz aus China
Tirols LR Mair will Uni-Absolventen zur Vollzeitarbeit verpflichten
Nachrichtenfeed
Tiroler Landesrätin für Vollzeitarbeit-Pflicht nach Studium
Aufwind ab Sommer in Sicht (Symbolbild)
Nachrichtenfeed
Fast alle Regionen im Vorjahr mit Wirtschaftsrückgang
Die rund 3.000 Zusteller sind von der Neuausrichtung nicht betroffen
Nachrichtenfeed
Foodora baut fast 130 Mitarbeiter ab
Generalprokuratur hat sich eingehend mit dem Grasser-Urteil befasst
Nachrichtenfeed
Buwog-Urteile für Generalprokuratur weitgehend okay
Ernährung zwei Kinder kostet Eltern monatlich über tausend Euro
Nachrichtenfeed
Teuerung belastet Familien enorm
Kocher wollte Bildungskarenz überdenken
Politik
Keine größeren Reformen mehr im Bereich Arbeit geplant
ÖBB-Logo beim Hauptbahnhof in Wien
Nachrichtenfeed
ÖBB setzen erste Mitarbeiter aus dem Ausland ein
Baukredite haben sich zuletzt spürbar verteuert
Immobilien
Mehrere Bundesländer mit Immokredit-Zuschüssen unzufrieden