Alles Rogers bei Rohstoffen: Wien-Fan und US-Investor im großen FORMAT-Interview

Die Leitung nach Singapur ist schlecht. "Where are you?", brüllt es wiederholt aus dem Hörer. Bereits nach einer Minute Telefoninterview mit FORMAT scheint Jim Rogers' Geduld am Ende. Doch weit gefehlt. Der 65-jährige US-Investmentguru, so stellte sich heraus, sitzt gar nicht in seiner Wohnung in Singapur. Rogers, der 1985 das erste Kursfeuerwerk an der Wiener Börse auslöste und schon seit Jahren den Aufstieg der Rohstoffe prophezeite, ist privat in Wien und sieht sich Immobilien an. Dass der Investmentprofi ein Händchen für den richtigen Zeitpunkt für Investments hat, davon konnten sich Anleger wiederholt überzeugen. Warum er jetzt auf China und Agrarrohstoffe setzt und wieso Amerika den Bach hinuntergehen wird, erzählt er im folgenden Interview.

FORMAT: Die amerikanischen Leitzinsen wurden auf drei Prozent gesenkt. Ist das der richtige Schritt, um die US-Konjunktur am Köcheln zu halten?

Rogers: Die US-Wirtschaft ist in einer Rezession. Und Notenbankchef Ben Bernanke weiß schon wieder nicht, was er tut. Er versucht dem Finanzsektor aus der Patsche zu helfen, anstatt etwas für ganz Amerika zu tun. Er gibt der Welt zu verstehen, dass ihm dieWährung nicht wichtig ist, dass die Notenbank den US-Dollar noch weiter abwerten lässt.

FORMAT: Was macht Bernanke falsch?

Rogers: Er glaubt wirklich, die US-Wirtschaft durch weitereAbwertungen wiederbeleben zu können. Langfristig haben Abwertungen nie die erwünschte Wirkung gebracht. Ganz zu meiner Freude hat auch Ihre Regierung betont, nur wenig von der Politik Bernankes zu halten. China hat sich bereits klar geäußert und die Abwertungspolitik der USA verurteilt.

FORMAT: Was bedeutet das für Anleger?

Rogers: Ich gebe Ihnen den dringenden Tipp, ganz aus dem Dollar auszusteigen und keine US-Aktien zu kaufen. Dagegen kann man auf Landwirtschaft oder Währungen wie den chinesischen Renminbi setzen. Ich halte auch Euro. Im Moment bevorzuge ich Schweizer Franken und den japanischen Yen, die besonders von Carry-Trades profitieren.

FORMAT: Wie stark wirkt sich die US-Rezession auf den Rest der Welt aus?

Rogers: Jeder, der mit den USA Geschäfte macht, wird die Rezession spüren. Das gilt auch für amerikanische Handelsketten wie Wal-Mart oder Sears. Manche Sektoren, wie etwa die Wasserwirtschaft, werden kein Problem haben. Das trifft auch auf den landwirtschaftlichen Sektor zu.

FORMAT: Welche Rohstoffe favorisieren Sie als Investor mit Blick auf den chinesischen Rohstoffhunger?

Rogers: Derzeit kaufe ich nur Agrarrohstoffe. Wenn die Metallpreise noch ein Jahr weiter sinken, sollte man dort wieder einsteigen. Ich selbst kaufe nur meinen Index, den RICI Enhanced Agriculture Index. Zudem verfolge ich genau die Entwicklungen von Baumwolle, Zucker und Kaffee. Diese Rohstoffe sind aus historischer Sicht sehr unter Druck geraten. Das gilt auch für Silber, Palladium und Erdgas.

FORMAT: Warum konzentrieren Sie sich gerade auf Rohstoffe?

Rogers: Sehen Sie sich einfach nur um, alles besteht aus Rohstoffen. Auch Ihr Mobiltelefon besteht zur Gänze aus Rohstoffen, nur die Funkwellen, die zur Benutzung nötig sind, zählen nicht dazu.

Das gesamte Interview lesen Sie in FORMAT 06/08!

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