FORMAT-Test Rasenmäher-Roboter: Mähen und mähen lassen

FORMAT-Test Rasenmäher-Roboter: Mähen und mähen lassen

Sieben Grundstücke, 16 Mähroboter und ein Rasen, der nach der Testdauer fast Golfplatzqualitäten hatte: der große Rasenmäher-Roboter-Test von FORMAT.

Rasenmähen gehört für die meisten Gartenbesitzer nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen. Warum also die Rasenpflege nicht gleich einem Roboter anvertrauen? Auf dem Markt wimmelt es geradezu von Mährobotern, die diesen Job nicht nur komfortabler, sondern auch besser machen sollen. Doch welcher elektronische Gartenhelfer ist der beste?

FORMAT hat 16 Robotermäher zur Schnittprobe gebeten: Verteilt auf sieben Grundstücke verrichteten sie über einen Zeitraum von zwei bis acht Wochen ihre Arbeit. Die Funktionsweise ist bei allen Robotern dieselbe: Zunächst werden mit einem Führungsdraht die Rasenfläche abgesteckt und permanente Hindernisse abgegrenzt. Dadurch weiß der Roboter, wo er mähen muss. An einer Stelle entlang des Drahtes befindet sich die Ladestation des Roboters: Geht der Akku des Mähers zur Neige, findet er von selbst den Weg zurück und versorgt sich mit Strom.

Das Gesamtergebnis konnte sich durch die Bank sehen lassen: Bis auf ein einziges Gerät war das Mähergebnis immer tadellos. Die Unterschiede in der Qualität des Schnittmusters (so nennt der Fachmann die Art und Weise, wie der Rasen getrimmt wird) lagen erstaunlich nah beieinander. Hier enden jedoch schon die Gemeinsamkeiten.

Geländegängigkeit

Nur in den wenigsten Fällen ist der Rasen im Garten perfekt eben. Kleine Bodenwellen, Löcher und Unebenheiten müssen die Robomäher daher schon bewältigen können. Hier zeigten sich große Unterschiede: Vor allem Mäher mit geringem Eigengewicht hatten oft Schwierigkeiten, sich aus eigener Kraft wieder aus einer Rasenmulde oder von einem kleinen Hügel zu befreien. Schwerere Geräte fuhren sich dagegen nach starkem Regen schon mal im aufgeweichten Untergrund fest und mussten ebenfalls per Hand auf festen Boden gesetzt werden. Besonders beeindruckend waren die Offroad-Eigenschaften von Husqvarnas Mähroboter Automower 330X: Er hatte sogar mit starken Steigungen auf einem Hanggrundstück keine Schwierigkeiten und zauberte innerhalb von zwei Wochen Golfplatzatmosphäre auf den Hangrasen. Fast genauso gut kamen hier die Mäher von Gardena und Honda zurecht.

Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, muss der Garten auf die Ankunft eines Mähroboters erst mal vorbereitet werden. Löcher im Boden und markante Unebenheiten sollte man vorher ausgleichen, Wurzeln, die aus dem Rasen brechen, entfernen und holziges Unkraut händisch entsorgen. Weil sich das Mähwerk aus Sicherheitsgründen bei allen Mährobotern weit im Inneren des Gehäuses befindet, sollten Übergänge wie etwa zwischen Terrasse und Rasen möglichst eben sein. So kann ein Rad bereits auf der Terrasse fahren, um auch die Gräser an den Rändern zu erwischen.

Erziehungshilfe

Ein Mähroboter verlangt Ordnung im Garten. Auf Bodenebene steht jedes flache Objekt auf dem Speiseplan des elektronischen Schafs. Diese Erfahrung mussten auch wir während unseres Tests machen. Den diversen Robomähern fielen unter anderem ein Flip-Flop, eine Pool-Abdeckplane, die Bespannung eines Federballschlägers, ein Bikinioberteil und zwei Bierflaschen zum Opfer. Weniger tragisch, dafür umso lästiger kann eine liegengelassene Zeitung werden: Eine ebensolche wurde während drei unbeaufsichtigten Arbeitstagen von einem Robomäher in Form feinster Konfetti über den halben Garten verteilt.

Äste, Holzstücke oder Gegenstände aus Metall können für den Roboter selbst zur Gefahr werden: Im besten Fall blockiert der unverdauliche Fremdkörper nur das Mähwerk des Robos, im schlimmsten kommt es zu Beschädigungen.

Generell funktionieren die Roboter nur bei kurzem Rasen. Nach mehreren Regentagen, in denen ein Testgerät meist in der Ladestation parkte und das Gras währendessen regelrecht aus dem Boden schoss, glich das anschließende Rasentrimmen einer Kampfhandlung Maschine gegen Natur.

Vorsicht, bissig!

Auch wenn die Rasenmäher wie harmloses Spielzeug aussehen, sollte man nie vergessen, dass unter der Kunststoffhaube scharfe Messer rotieren. Kinder haben daher nichts in der Nähe der Robomäher verloren. Das ist nicht immer ganz einfach, weil die niedlichen Rasentierchen in etwa dieselbe Anziehungskraft auf Kinder ausüben wie Haustiere. Wer selbst eigenen Nachwuchs hat, kann die beiden Parteien zumindest zeitlich gut trennen: Alle Robomäher lassen sich per Zeitsteuerung so einstellen, dass sie nur dann den Garten pflegen, wenn die Kinder nicht zuhause sind. Gerade während der Sommermonate wird das natürlich schwierig - hier bleibt es dem Gartenbesitzer kaum erspart, täglich den Mähplan des Roboters anzupassen.

Genau hier unterscheiden sich viele Robomäher deutlich: Während die Geräte von Husqvarna, Viking, Friendly Robotics und John Deere ausgesprochen elegant bedient werden können, ist das bei anderen Mähern deutlich umständlicher. Beim getesteten Roboter von Al-Ko wird jede Einstellung zur Knopfdrück-Orgie, beim Mäher von Ambrogio muss man das Gerät nach jeder Veränderung der Programmierung sogar wie einen alten Computer neustarten. Wer davon ausgeht, dass regelmäßige Mähzeiten in der Praxis nur schwer einzuhalten sind, sollte unbedingt auf eine komfortable Bedienung achten.

Von stumm bis leise

Bei der Geräuschentwicklung gab es ebenfalls große Unterschiede. Den besten "Sound“ hatten die Mäher von Husqvarna, Honda, Gardena und Al-Ko: Sie arbeiten derart leise, dass man sie problemlos auch am Wochenende oder nachts betreiben kann, ohne gleich Ziel einer Unterschriftenliste der Nachbarschaft zu werden. Im Vergleich zum konventionellen Rasenmäher mit Benzinmotor sind jedoch alle Robomäher flüsterleise.

TEST ROBO-MÄHER

Husqvarna Automower 330X
Der klare Testsieger! Kein anderer Mäher konnte im Test in mehr Kategorien überzeugen. Besonders beeindruckend war die Mähleistung am Hang. Steuerung erfolgt bequem per Handy-App. Auch für große Gärten (bis 3.200 m2).
Preis: 3.097 Euro.
Ergebnis ● ● ● ● ● Bedienung ● ● ● ● Leistung ● ● ● ● ●

Vergleichbare Modelle
Honda Miimo 300 Wie der Husqvarna Automower konnte auch der Honda Miimo bei Bedienung und Schnittergebnis überzeugen. Er war sogar noch etwas wendiger und reichte so etwas besser an Büsche und Beete heran. max. Fläche: 2.200 m2
Preis: 2.569 Euro
Note: ● ● ● ●

Robomow RC304 Auch bei diesem Modell ist komfortable Bedienung oberstes Gesetz. Via iPhone oder iPad erfolgen alle Einstellungen per Fingerzeig. Allerdings ist der RC304 nur für kleine Gartenflächen bis 400 Quadratmeter geeignet.
Preis: 1.099 Euro
Note: ● ● ●

Stiga Autoclip 720S
Bis zu 4.000 Quadratmeter pflegt der Autoclip 720S. Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Kompass, Navigation, Neigungssensor, Gyroskop und Bluetooth-Modul. Top: Mäht bis zu fünf Stunden lang ohne Aufladen!
Preis: 4.089 Euro
Ergebnis ● ● ● ● ● Bedienung ● ● ● ● Leistung ● ● ● ● ●

Vergleichbare Modelle
Stiga Autoclip 920S Noch eine Stufe größer darf es beim Topmodell von Stiga sein: Bis zu 10.000 Quadratmeter bewirtschaftet der Profi-Mäher. Dank drei Mährotoren ist er extrem flott. Ausstattung wie beim Autoclip 720S. Sehr teuer!
Preis: 12.999 Euro
Note: ● ● ● ●

Robomow RS630 Pluspunkte: Komfortable Bedienung via Smartphone-App, große Arbeitsfläche (3.000 Quadratmeter). Allerdings muss der RS630 deutlich öfter an die Steckdose und hält nur rund eine Stunde am Stück durch.
Preis: 2.799 Euro
Note: ● ● ● ●

Wiper Premium J Line XK
Auf bis zu 1.200 m2 sorgt der Wiper Premium für schön getrimmten Rasen. Seine zahnradartigen Räder sorgen für hervorragende Traktion auf weichem Untergrund und hervorragende Wendigkeit. Die Bedienung könnte besser sein.
Preis: 2.599 Euro.
Ergebnis ● ● ● ● ● Bedienung ● ● ● Leistung ● ● ● ● ●

Vergleichbare Modelle
Wiper Premium J Line XE Der kleine Bruder des XK unterscheidet sich lediglich in der Größe des Akkus von seinem Familienmitglied. Gerade auf kleinen, sehr verwinkelten Grundstücken kann er dank toller Wendigkeit brillieren. Max. Fläche: 600 m2.
Preis: 1.499 Euro
Note: ● ● ● ●

Stiga Autoclip 325 Technisch sehr ähnlich zum Wiper Premium J, allerdings mit noch etwas mehr Akkuleistung als das XK Modell: Er kommt mit Rasenflächen bis 1.600 Quadratmeter zurecht. Ein Plus ist auch hier die hervorragende Wendigkeit.
Preis: 2.639 Euro
Note: ● ● ● ●

Ambrogio Line 30 Elite
Bei der Bedienung wirkt der Ambrogio etwas umständlich. Zudem könnte er etwas mehr "Bodenfreiheit“ vertragen: Schon kleine Hindernisse wurden ihm oft zum Verhängnis. Das Mähergebnis stimmt jedoch (bis 1.100 m2).
Preis: 1.849 Euro
Ergebnis ● ● ● ● Bedienung ● ● ● Leistung ● ● ●

Vergleichbare Modelle
Gardena R40Li Der kompakte Robomäher ist ideal für kleine Rasenflächen: Der R40Li ist auf Gartengrößen bis zu maximal 400 Quadratmeter ausgelegt. Auch wenn die Bedienung durchaus gut ist, scheint der Preis für die Quadratmeterleistung zu hoch.
Preis: 1.349 Euro
Note: ● ●

Robomow MC150 Gerade einmal 150 Quadratmeter schafft der Robomow MC150. Das Gerät überzeugt dennoch - wenn auch nur im Kleinen: Schnittmuster und Zuverlässigkeit sind sehr gut. Preislich für Kleingartenbesitzer durchaus zu empfehlen.
Preis: 799 Euro
Note: ● ● ●

Al-Ko Robolinho 3000
Gehört zu den leiseren Geräten im Test. Und: Nach Meinung aller befragten Gartenbesitzer ist er das "hübscheste“. Die Bedienung wirkt anfangs umständlich, ist aber sehr leicht zu erlernen. Aber: Neigt zum Steckenbleiben.
Preis: 1.899 Euro.
Ergebnis ● ● ● ● ● Bedienung ● ● ● ● Leistung ● ● ●

Vergleichbare Modelle
John Deere Tango E5 Mit einem Markennamen, der das landwirtschaftliche Equivalent von Ferrari oder Porsche darstellt, ist der Tango E5 ein echter Hingucker. Pluspunkte: leise, hohe Arbeitsgeschwindigkeit. Die Bedienung ist etwas klickintensiv.
Preis: 2.390 Euro
Note: ● ● ● ●

Sabo Mowit 500 F So gut wie baugleich zum Gerät von John Deere. Schafft ebenfalls Rasenflächen bis zu 1.800 Quadratmeter. Leidet aber auch an derselben zeitintensiven Bedienung. Schnittergebnis ist gut.
Preis: 2.389 Euro
Note: ● ● ● ●

Viking iMow MI 632
Er ist der "Apple-Computer“ unter den Robomähern: Die Steuerung erfolgt am Computer per übersichtlicher Webapplikation. Technisch überzeugt der iMow ebenfalls: gutes Schnittergebnis. Minus: Geländegängigkeit.
Preis: 2.299 Euro
Ergebnis ● ● ● ● ● Bedienung ● ● ● ● ● Leistung ● ● ● ●

Advertorial

Wohnen

Glücklich trotz Einsamkeit: Singlehaushalte liegen im Trend

Mieten ist in Salzburg am teuersten.

Wohnen

Mieten in Österreich gestiegen: Die aktuellen Mietpreise

Dass nun mehr Verkehr in den Seitenstraßen der Mariahilfer Straße ist, schreckt Wohnungssuchende nicht ab. Viele wollen in Neubau wohnen.

Wohnen

Miete & Kauf: Die aktuellen Preise der Wiener Trendviertel