Barrieren abbauen: Altersgerechtes und barrierefreies Wohnen wird zunehmend wichtiger

Barrieren abbauen: Altersgerechtes und barrierefreies Wohnen wird zunehmend wichtiger
Barrieren abbauen: Altersgerechtes und barrierefreies Wohnen wird zunehmend wichtiger

Ein altersgerechter und barrierefreier öffentlicher Raum wird zunehmend wichtiger werden.

Im Zuge des demografischen Wandels soll der öffentliche Raum in Österreich den Bedürfnissen der heutigen und vor allem der zukünftig älter werdenden Bevölkerung angepasst werden.

Die zunehmend älter werdende Bevölkerung wird auch den Wohnungsbau vor große Herausforderungen stellen. In den nächsten Jahren will sich die Stadt Wien verstärkt auf die ältere Generation und damit in diese Richtung fokussieren. Hierbei sollen zunächst die Sanierung und Umbau von bestehenden Wohnungen zu barrierefreiem Wohnraum vorangetrieben werden. Dies soll durch den Zubau von Aufzügen, Liften oder den Einbau von Rampen geschehen, Eigentümer und Mieter sollen bei den Umbaumaßnahmen unterstützt werden: „Wir haben dazu eine eigene Kompetenzstelle für barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen eingerichtet, die auch stark frequentiert wird", so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig in einem Artikel auf derstandard.at.

Des Weiteren sollen Neubauten nach dem Willen der Stadtplaner und dem Bauamt nur noch barrierefrei errichtet werden, wobei der Fokus in Zukunft auf gemischten Wohnformen wie das Mehrgenerationen-Wohnen liege. Dieses Wohnkonzept sieht vor, dass Menschen aus verschiedenen Altersklassen, die in der Regel nicht verwandt sind, in einer Wohnung oder in einem Haus eine Wohngemeinschaft bilden. So könnte der Wunsch nach mehr Teilhabe ein Stück weit mehr verwirklicht werden. Eine Alternative sind Senioren-Wohngemeinschaften bzw. sogenannte „Alters-WGs“, deren Konzept vor allem funktionieren könnte, wenn die Nutzer in die Planungsphase mit eingebunden werden.

Ein Problem ist häufig die Finanzierung der seniorengerechten sowie barrierefreien Neubauten bzw. Sanierung und Umbau bestehender Wohnräume. Auf den Seiten des Förderportals werden Informationen rund um die Wohnbauförderung in Österreich bereitgestellt: Unter anderem sind allgemeine Förderkriterien sowie Hinweise zu möglichen Einsparungen, die später beim Finanzamt geltend gemacht werden können, aufgeführt. Auf der Webseite des jeweiligen Bundeslandes können weitere Informationen eingeholt werden.

Wenn die eigenen vier Wände, die Miet- oder Eigentumswohnung altersgerecht und barrierefrei umgebaut werden soll, sind unter Umständen viele (Um)Baumaßnahmen sowie zahlreiche Schritte bei der Gestaltung des Wohnraums notwendig.

Altersgerechte und barrierefreie Anpassung der Wohnumgebung

  • Wege zu Gebäuden und Außenanlagen: Wege sollten ausreichend breit angelegt sein, keine Schwellen oder Stufen aufweisen und mit einem rutschhemmenden Belag versehen sein. Dies gilt für Wege zum Hauseingang, Stellplätzen und Garagen sowie Entsorgungseinrichtungen.
  • Eingangsbereich und Zugang zur Wohnung/ zum Haus: Der Eingang zum Haus bzw. zur Wohnung sollte stufen- und schwellenlos sein, genügend Fläche zum Bewegen haben, mit einer ausreichend breiten Tür ausgestattet sein und einen Wetterschutz aufweisen.
  • Umbau von Treppen und Stufen: Zubau bzw. Umbau von Aufzügen oder Aufstellung von Rampen. Wenn im Gebäude kein Aufzug vorhanden ist, kann der Einbau eines Treppenlifts für einen störungsfreien Zugang zur Wohnung sorgen. Treppen sollten mit Handläufen ohne Unterbrechungen und rutschhemmenden Belägen versehen sein. Zudem sollten die Stufen deutlich markiert werden. Eine andere Möglichkeit ist der Zubau eines Aufzugs vor dem Gebäude oder seitlich, sofern der nötige Platz vorhanden ist.

Ein barrierefreies Bad mit Stützgriffen neben der Toilette.

Mögliche Maßnahmen zum altersgerechten bzw. barrierefreien Wohnraum

Bei der Umgestaltung und Einrichtung eines Raumes sollte die jeweilige Raumstruktur sowie mögliche Besonderheiten beim Grundriss mitbedacht werden. Mehr Infos hierzu gibt es an dieser Stelle. Besonders kleine oder schlauchförmige Räume bedürfen einiger Tricks. Im Folgenden eine Checkliste mit einigen Kriterien für das altersgerechte und barrierefreie Gestalten des Raumes:

  • Ausreichende und blendungsfreie Beleuchtung: Lichtquellen so anbringen, dass sie die Räume ausleuchten und für Gemütlichkeit sorgen. Hierzu zählt das Anbringen von Lichtschaltern und Steckdosen in einer angenehmen Höhe.
  • Möbelwahl: Verschiebbare und von allen Seiten zugängliche Betten, Möbel mit Doppelfunktionen, die zusätzlichen Stauraum bieten und daher für kleine Räume geeignet sind. Beispiel: Couchtisch, der sich durch verstellbare Höheneinstellungen als Esstisch nutzen lässt.
  • Türen und Durchgänge erweitern: Die Türbreite in einer altersgerechten Wohnung sollte mindestens 90 Zentimeter betragen.
  • Umbaumaßnahmen in Sanitärräumen: Bodengleiche Duschen, Modernisierung und Anpassung von Toiletten und Waschbecken, z.B. durch Anbringung von Stützgriffen und einstellbare Höhen. Badewannen mit niedriger Einstiegshöhe und mehreren Einstiegsmöglichkeiten. Neu sind in diesem Zusammenhang Badewannen mit seitlich angebrachten Türen, die nach Einstieg sich wasserdicht verschließen lassen. Auf ausreichende Bewegungsfläche achten.
  • Einbau von Hilfssystemen und Bedienelementen: Elektronische Türöffner, Garagenöffner, Bedienelemente für Rollläden und Fahrstühle. Für eine bessere Orientierung sorgen intelligente Assistenzsysteme, mit denen sich Funktionen wie Beleuchtung, Heizung und Klimaanlage, Telefon, Notruf sowie weitere Unterstützungssysteme steuern lassen.
  • Schaffung von Gemeinschaftsräumen oder Umgestaltung von bestehenden Räumen zu Gemeinschaftsräumen: Wohnzimmer, Gästezimmer, Küche, Bad, Aufenthaltsräume und Gartenflächen.

Zusätzliche Möglichkeit im Zuge der Modernisierung - Energetische Gebäudesanierung

Beim Neubau oder Umbau bestehender Immobilien hin zum altersgerechten bzw. barrierefreien Wohnraum können Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz ebenfalls realisiert werden. Zum einen werden die gesetzlichen Regelungen sich in diesem Bereich in Zukunft ohnehin verschärfen, zum anderen wird durch die Modernisierung der Wert der Immobilie gesteigert. Hier ein Überblick über einige Energieeffizienzmaßnahmen, die teilweise auch gefördert werden:

  • Dämmung der Außenwände: Durch die Dämmung lassen sich Wärmeverluste des Gebäudes minimieren. Als Verkleidung eignen sich Putz, Holz, Platten oder Sichtmauerwerk.
  • Dämmung der Kellerdecke: Die Dämmung kann entweder von oben, z.B. durch das Anbringen einer Dämmschicht unter dem Bodenbelag oder von unten, durch Befestigen von Dämmplatten an der Kellerdecke erfolgen.
  • Austausch der Fenster: Sowohl Rahmen als auch Verglasung unterliegen bestimmten Mindestanforderungen. 3-fach-Verglasungen und moderne Rahmensysteme sind energetisch hochwertiger als die Vorgaben.
  • Modernisierung der Heizungsanlage: Bei Gas- oder Öl-Brennwertkesseln kann Energie eingespart werden, wenn diese mit einer Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung sowie zur Unterstützung der Heizungsleistung kombiniert werden. Regenerative Rohstoffe lassen sich in Biomassekesseln zum Beispiel in Form von Holzpellets nutzen. Wärmepumpen können beispielsweise die Energie im Erdreich nutzen (Geothermie). Mini-Block-Heizkraftwerke erzeugen neben Wärme auch noch Strom.
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