Was den Urlaub vermiest: Beschwerden der Österreicher

Was den Urlaub vermiest: Beschwerden der Österreicher

Nicht gerade einladend sieht dieser Pool aus: Über den Zustand der Swimming Pools beschweren sich Österreicher aber weniger. Vielmehr sind es Flugannuliereungen oder das Gepäck, das später im Urlaubsort ankommt.

Eine Baustelle neben dem Hotel, ein dreckiger Pool oder ein überbuchtes Hotel sind klassische Reisereklamationen. Noch mehr ärgern sich österreichische Urlauber allerdings über Probleme bei der Anreise zum Urlaubsort oder Flugverspätungen.

Bisher langten bei der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) 1.722 Anfragen und Beschwerden ein. "Die überwiegende Zahl der Reklamationen betraf Flugverspätungen, Annullierungen, Überbuchungen, verspätete Ankunft des Reisegepäcks, Verlegung des Abflugorts sowie Kommunikationsprobleme mit Online-Reiseportalen und Fluggesellschaften", sagt Konsumentenschützer Georg Rathwallner. Zwar beziehen sich die Beschwerden nur auf das Bundesland Oberösterreich, doch sie seien ein Trend in ganz Österreich, so Rathwallner zu Format.at.

Verspätet sich der Abflug um mehr als fünf Stunden, kann der Reisende vom Flug zurücktreten und den Ticketpreis zurückverlangen. Bei einer Pauschalreise sei dies jedoch nicht zu empfehlen, da die Hotelkosten nicht zurückgefordert werden können, so Rathwallner. In diesem Fall könne bei Verspätungen von mehr als vier Stunden eine Preisminderung verlangt werden.

Flug verspätet: Entschädigung bis zu 600 Euro

Bei Überbuchung und Annullierung eines Fluges wiederum kann der Passagier unter bestimmten Bedingungen eine Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro beantragen. Die AK OÖ hat bereits einen Musterprozess für 14 Kunden gegen eine Fluglinien gewonnen und klagt derzeit 42 Entschädigungsansprüche ein.

Viel Geduld brauchen offenbar Konsumenten laut AK OÖ beim Buchen von Urlauben über Internetreisebüros. So würden E-Mails oft gar nicht oder zu spät beantwortet, nannte der Konsumentenschützer Beispiele. Gleichzeitig gibt er auch Tipps, wie man erfolgreich Reisemängel am Urlaubsort reklamiert. Zuerst sollte man gleich vor Ort eine Beseitigung verlangen. Sei dies nicht möglich, kann man nach dem Urlaub per Einschreiben beim Reiseveranstalter eine Preisreduktion geltend machen.

Rechtswidrige Vertragsverlängerung

Auch bei Reiseversicherungen registrierte die AK OÖ zahlreiche Beschwerden. Viele Flugportale haben eine Reiserversicherung von "Berlin Direkt" im Angebot, oft hätten Konsumenten diese Versicherung automatisch bei der Buchung dazugebucht, so Rathwallner. Doch sie gelte nicht - wie viele Reisende vermutet hätten - nur für den einmaligen Flug, sondern gleich für ein ganzes Jahr. "Der Vertrag hat sich automatisch um ein Jahr verlängert. Das ist in Österreich rechtswidrig", sagt Rathwallner. Denn eine automatische Vertragsverlängerung muss vertraglich vereinbart werden. Die AK nahm die Beschwerden auf und hat gegen die Versicherung eine Unterlassungsklage eingebracht. "Berlin Direkt" lenkte ein und stornierte die Verlängerung der Verträge. 56 Konsumenten hat die AK OÖ bisher dabei unterstützt, im Schnitt erhielt jeder 184 Euro zurück.

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