WM 2014: Schattenseiten Brasiliens sollen gezeigt werden

Die brasilianische Regierung will bei der Fußball-WM 2014 die heile Welt vorspielen. NGOs haben andere Pläne.

WM 2014: Schattenseiten Brasiliens sollen gezeigt werden

Sechs österreichische NGOs wollen während der Fußball-WM 2014 in Brasilien auch auf Schattenseiten aufmerksam machen. Das Großereignis komme den Mächtigen im Land sehr gelegen, die ärmere Bevölkerung bleibe aber auf der Strecke, kritisierte der Initiator der Kampagne Martin Kainz vom VIDC (Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

"Die Politik schminkt die Städte für die WM", sagte Natalia Bittar. Die 29-Jährige arbeitet als Pädagogin in einem Kinderprojekt in Rio de Janeiro und ist derzeit zu Gast in Wien. Damit für die internationalen Gäste alles "schön" aussieht, werden etliche arme Familien zwangsumgesiedelt und Straßenkinder vertrieben.

Mit langfristig positiven Effekten durch das sportliche Großereignis rechnet Bittar nicht. "Ein oder zwei Wochen nach der WM wird Brasilien ein aufpoliertes Ego haben - sonst wird nicht viel passieren." Die Weltmeisterschaft locke zwar auch Investoren ins Land. Allerdings fließe das meiste Geld in die Taschen der Reichen. "Der Kaugummi-Verkäufer im Stadion wird vielleicht mehr verkaufen, aber er muss dafür auch deutlich mehr arbeiten", so Bittar. Erst im Sommer waren in Brasilien Massenproteste gegen die Regierung entflammt. Die WM spielte dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Für Ärger sorgte etwa der Bau von Luxus-Stadien. Auch Thiago de Lima Silva, Fußballprofi bei Austria Lustenau, teilt diese Kritik. "In Brasiliens Hauptstadt baut man ein Stadion für 80.000 Menschen. Nach der WM wird dort aber nur ein Drittlegist spielen. Die Ränge werden leer bleiben", erklärte der gebürtige Brasilianer.

Brasilien zählt als einer der BRIC-Staaten zu den aufstrebenden Schwellenländern der Welt. Besonders seit Mitte der 2000er Jahre startete das größte Land Südamerikas seine wirtschaftliche Aufholjagd. Von dem Boom profitierten lange auch ärmere Bevölkerungsschichten.

Auf all diese Entwicklungen möchten sechs NGOs - VIDC, Frauensolidarität, Globalista, Jugend Eine Welt, das Lateinamerika-Institut und Südwind - mit österreichweiten Aktionen vor und während der WM (12. Juni bis 13. Juli 2014) aufmerksam machen. Ziel sei ein differenziertes Bild für Brasilien abseits der Klischees zu fördern, so Kainz. Im Jänner 2014 gehe es los. Am Programm stehen unter anderem ein Musik-Open-Air-Event zu Pfingsten, Fußballturniere, Workshops und Vorträge.

Die Austrian Development Agency (ADA), die staatliche Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (EZA), unterstützt die Kampagne mit 250.000 Euro aus dem begehrten - weil begrenzten - Projektbudget.

In Brasilien selbst finanziere man keine Projekte, sagte Helmut Hartmeyer von der ADA. Brasilien ist mittlerweile selbst Geber von Entwicklungshilfe und auch kein Schwerpunktland der österreichischen EZA. Die ADA unterstütze das Projekt aber trotzdem, da man die Publicity der WM nutzen wolle, um breite Schichten der Bevölkerung für Entwicklungshilfe zu interessieren.

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