Sotschi: Stargeigerin Vanessa Mae geht im Slalom an den Start

Sotschi: Stargeigerin Vanessa Mae geht im Slalom an den Start

In der Musik war sie ein frühreifes Wunderkind, im Sport feiert sie im reifen Alter von 35 Jahren ihr Olympia-Debüt: Star-Geigerin Vanessa-Mae, am 27. Oktober 1978 als Vanessa-Mae Vanakorn Nicholson in Singapur geboren, wird bei den Winterspielen in Sotschi im Slalom und Riesenslalom für Thailand starten.

"Sie hat sich am Wochenende bei einem Rennen in Slowenien endgültig qualifiziert", sagte ihr Manager Giles Holland der britischen BBC: "Es war sehr eng, aber sie hat es geschafft, das ist alles, was zählt."

Als Violinvirtuosin, die ihrem Instrument gleichermaßen perfekt Klassik und Techno entlocken konnte, machte Vanessa-Mae ein Millionenvermögen. Mit drei Jahren bekam die Tochter des gebürtigen Thailänders Vorapong Vanakorn und der chinesischen Konzertpianistin Pamela Soei Luang Tan bereits Klavier-Unterricht, zwei Jahre später ihre erste Geige - stets angetrieben von der ehrgeizigen und autoritären Mutter. In einem Interview mit dem Telegraph schilderte Vanessa-Mae ihre Kindheit einst als "wenig schön und sehr arbeitsreich". Da ihre Eltern nicht nur auf die musische Ausbildung, sondern auch auf die körperliche Fitness ihrer Tochter großen Wert legten, stand Vanessa-Mae mit vier Jahren erstmals auf Skiern. Parallel zu ihrer musikalischen Weltkarriere war sie regelmäßig in den mondänsten Skigebieten der Welt zu Gast. 2009 zog Vanessa-Mae von London nach Zermatt, um sich ernsthaft auf Olympia vorzubereiten. Vancouver 2010 kam für sie noch zu früh, doch in Sotschi wird sie nun vorbehaltlich der Zustimmung des Ski-Weltverbandes FIS dabei sein.

Um sich den Traum zu erfüllen, den sie nach eigener Aussage seit ihrem 14. Lebensjahr geträumt hat, legte sie sogar ihre Violine zur Seite. Seit einem Jahr gibt Vanessa-Mae keine Konzerte mehr, will aber nach Olympia in jedem Fall wieder auf der Bühne stehen. Es sei unter anderem Zeit für ein neues Album, aber: "Olympia wird mich bei allem, was ich danach tue, beflügeln. Es wird auch meiner Musik eine neue Note geben."

Der Gefahr eines Sturzes in Sotschi setze sie sich sehr bewusst aus. "Natürlich besteht das Risiko einer Verletzung, aber das Leben ist kurz, und man muss alles mitnehmen, was einem Spaß macht", sagte sie der BBC. Die Musik werde aber in ihrem Leben schon bald wieder an die erste Stelle rücken: "Olympia ist toll, aber es ist das Größte, auf einer Bühne zu stehen und Geige zu spielen."

Der bisher einzige thailändische Athlet bei olympischen Winterspielen war Prawat Nagvajara, der 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin im Langlauf startete. Weil Thailand keine Skifahrer unter den Top 500 der Weltrangliste hat, darf das Königreich nur eine Frau und einen Mann für Slalom und Riesenslalom melden.
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