Sotschi: Schröcksnadel kritisiert nach Dopingfall Dürr Langlauf-Sport: "Schon lange keine Freude mehr damit"

Sotschi: Schröcksnadel kritisiert nach Dopingfall Dürr Langlauf-Sport: "Schon lange keine Freude mehr damit"

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel denkt nach dem neuerlichen Doping-Fall im österreichischen Langlauf-Olympia-Team an Konsequenzen: "Überlegen, ob wir diesen Sport noch fördern."

Für ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel wirft der am Schlusstag der Olympischen Winterspiele von Sotschi bekannt gewordene Doping-Fall des österreichischen Langläufers Johannes Dürr einen dunklen Schatten über die ansonsten recht erfreulichen Spiele Sotschi 2014.

"Mit dem Langlauf-Sport habe ich schon lange keine Freude mehr", sagt im ORF-Interview zu seiner Bilanz zu den Olympischen Winterspielen von Sotschi. Der mächtige ÖSV-Präsident denkt nun daran, entschlossene Konsequenzen zu ziehen: "Wenn man mit den Langläufern nur Probleme hat, muss man überlegen, wie weit die noch gefördert werden".

"Sollen wir die Langläufer überhaupt noch im Verband lassen", fragte Schröcksnadel weiter. Und stellte in den Raum, dass es vielleicht besser wäre, die Langläufer aus dem ÖSV auszugliedern: "Sie sollen einen eigenen Verband gründen."

Förderungen überdenken

Zwischen 800.000 und 900.000 Euro hat der ÖSV zuletzt in den Langlauf gesteckt. Die zahlreichen Doping-Vorfälle der vergangenen Jahre, die im Wintersport auf den Langlauf- und den Biathlon-Sport konzentriert sind, geben Schröcksnadel allerdings zu denken und er fordert eine gründliche Neugestaltung.

"Er ist ein Betrüger, das tut mir leid, so ist es und mit Betrügern können wir nichts anderes tun als ausschließen", sagt er und macht klar, dass der Doping-Fall Dürr für ihn mit dem sofortigen Ausschluss des Sportlers aus dem ÖSV noch lange nicht ausgestanden ist: "Das wird noch diskutiert werden müssen." Dürr werde sich bei den sehr strengen Anti-Doping-Gesetzen in Österreich eine Gerichtsverhandlung kaum ersparen können. "Er wird einen guten Rechtsanwalt brauchen.

Kritik an Snowboard bliebt aufrecht

Die von Schröcksnadel an den Snowboardern geübte Kritik der Unprofessionalität hielt dieser aufrecht. Schröcksnadel kritisierte dabei jedoch nicht die Arbeit der Sportler oder der Trainer, sondern meinte, dass hinsichtlich des Materials vermutlich noch nicht das Optimum ausgeschöpft sei. "Wir haben im ÖSV für unsere Skisportler alles dabei - Maschinen, um die Ski zu präparieren oder Kanten zu schleifen. Die könnten von den Snowboarden mitbenutzt werden, da kostet keinen Cent mehr", sagte er etwa.

Ansonsten sei er mit den Erfolgen bei Sotschi 2014 zufrieden. Zum Abschluss habe es ja auch sogar noch bei den Snowboardern Medaillen gegeben, scherzte er und zog Bilanz: "Schöne Spiele, abgesehen von dem Herrn Dürr."

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