Sotschi: Nicole Hosp holt SILBER in der Damen-Kombi, Höfl-Riesch gewinnt Gold

Sotschi: Nicole Hosp holt SILBER in der Damen-Kombi, Höfl-Riesch gewinnt Gold

Zur Mittagspause um Punkt 12 Uhr begann in Sotschi der entscheidende Kombi-Slalom der Damen. Dabei zu sein hat sich gelohnt. Die Österreicherin Nicole Hosp holte Silber hinter Maria Höfl-Riesch (Deutschland) und vor Julia Mancuso (USA).

Die Ausgangslage für die Österreicherinnen Anna Fenninger, Elisabeth Görgl und Nicole Hosp hätte besser sein können. Mit den Plätzen 4, 7 und 8 nach der heute Früh ausgetragenen Kombi-Abfahrt lebte jedoch die Hoffnung auf eine Medaille. Und die Hoffnungen der Sportfans wurden nicht enttäuscht.

Am größten war die Chance für Nicole Hosp. Die Tirolerin, die eine ausgezeichnete Slalom-Fahrerin ist, lag nach der Abfahrt 1:27 Sekunden zurück. Und Hosp nutze ihre Chance. Als exzellente Slalom-Fahrerin konnte sie die nach der Abfahrt vor ihr platzierten Tina Maze und Julia Mancuso in Schach halten. Eine Gesamtzeit von 2:35,02 bedeutete die Silbermedaille. Mancuso war in der Endabrechnung nur Drittschnellste, Maze rutschte auf Rang vier, Gut erreichte das Ziel im Slalom nicht.

Mancuso vor Gut

Es sprach alles für eine Medaille für Nicole Hosp. Julia Mancuso (USA), die in der Abfahrt mit 1:42,68 Bestzeit vor der Schweizerin Lara Gut (+0,47 Sekunden) markierte, ist wie Gut keine Slalom-Spezialistin. "Ich hab seit einem Jahr keinen guten Slalom-Lauf mehr gehabt", gab Mancuso zu. "Aber eine Medaille ist möglich", lachte die US-Amerikanerin. Sie sollte Recht behalten. Mancuso holte Bronze.

Die Topfavoritin auf Olympiagold war vor wie nach der Abfahrt Maria Höfl-Riesch. Die Deutsche wurde in der Abfahrt Fünfte und konnte ihren Rückstand von 1,04 Sekunden im Slalom aufholen. Sie wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und holte erwartungsgemäß Gold.

Anna Fenninger, die keine Slalom-Spezialistin ist, schlug sich tapfer. Nach der Abfahrt auf Rang 4 gelegen erreichte sie am Ende Rang 8, hinter ihrer Teamkollegin Michaela Kirchgasser, die im Slalom einen Wunderlauf gebraucht hätte, um bei der Kombi-Wertung von Sotschi 2014 noch in die Medaillenränge fahren zu können. Sie lag nach der Abfahrt schon 3,04 Sekunden zurück.

Die vierte Österreicherin, Elisabeth Görgl, lag nach der Abfahrt auf Platz 7, schied allerdings auf dem schwer zu fahrenden Hang wie neun weitere Läuferinnen aus.

Das Rennen zum Nachlesen

Die ersten 30 starten in der gestürzten Reihenfolge des Ergebnisses aus dem Abfahrtslaufs. Kristina Saalova aus der Slovakei wird das Rennen eröffnen. Die erste Österreicherin, Michaela greift als Achte in das Rennen ein. Um recht viel mehr als die Ehrenrettung geht es bei ihr allerdings nicht mehr, denn sie liegt bereits über drei Sekunden zurück.

Das Wetter könnte besser sein, es ist leicht bedeckt, die Bedingungen sind gut, allerdings ist die Piste sehr weich und vor allem für die Spitzenläuferinnen wird es daher schwierig werden.

Die erste Starterin Saalova kommt nicht weit. Nach ein paar Stangen rutscht sie weg - das war es für sie. Greta Small aus Australien ist die erste, die es ins Ziel schafft. Ihre Gesamtzeit nach Abfahrtslauf und Slalom: 2:40,30 Minuten. Einfach so, als Randnotiz. Von Bedeutung wird diese Zeit nicht sein. Small hat es jedoch besser gemacht als die vor und nach ihr gestarteten Läuferinnen. Auch die Polin Karolina Chrapek kommt nicht ins Ziel.

Die Schwedin Sara Hector ist die zweite, die es ins Ziel schafft, und ihre Zeit ist deutlich besser als die von Saalova. 2:37,85 - Über zwei Sekunden nimmt sie der Slovakin ab. Das ist allerdings noch immer kein Grund zum Jubeln, denn die Tschechin Sarka Strachova unterbietet diese Zeit mit 2:36,61 gleich wieder um 1,26 Sekunden.

Michaela Kirchgasser

Denise Feierabend.... schweigen wir lieber. Jetzt Michaela Kirchgasser. Sie hat einiges aufzuholen, startet eine riskante Fahrt, bleibt aber leider nicht fehlerfrei. Im Ziel bleibt sie zwei Zehntel vor Strachova. Damit wird sie wohl leider keinen großen Sprung nach vorne machen.

Zumindest die Italienerin Federica Brignone klassiert Kirchgasser aber deutlich. Brignone ist im Ziel 1,29 Sekunden zurück.

Die nächsten Ausfälle

Auch die Kanadierin Marie-Michele Gagnon und Leanne Smith aus den USA kommen nicht ins Ziel. Damit gibt es bereits vier Ausfälle nach elf Starterinnen.

Mit der Russin Jelena Jakowischina kommt wieder einmal eine Läuferin ins Ziel. Sie wird vom Heim-Publikum dafür auch kräftig beklatscht. Mit der Entscheidung hat sie aber trotzdem nichts zu tun. Mit 2:38:88 bleibt sie über zwei Sekunden hinter Kirchgasser.

Nummer 14 und 15, Klara Krizova (CZE) und Marusa Ferk (SLO) kommen ebenfalls nicht an Kirchgasser heran. Vielleicht haben wir Kirchgassers Zeit mit dem ersten Urteil doch unterschätzt. Se führt weiterhin vor Srachova und Ferk, aber es kommen noch 15 Läuferinnen. Mit Startnummer 23 Nicole Hosp, Nummer 24 Liz Görgl und mit 27 Anna Fenninger.


Nicole Hosp © Ruben Sprich / Reuters

In einem ersten Ziel-Interview meint Kirchgasser trocken: "Die anderen müssen auch erst einmal ins Ziel kommen. Ich kann jetzt eh nichts mehr machen." Schade, meint sie nur, dass ihr der Fehler passiert ist. Eine Medaille hat sie aber trotzdem noch nicht ganz abgeschrieben.

Jetzt dürfte es allerdings so weit sein. Ragnhild Mowinckel aus Norwegen setzt sich vor Kirchgasser, und es sind immer noch 14 am Start. Jetzt Dominique Gisin (SUI), dann Francesca Marsaglia (ITA), und dann die beiden Österreicherinnen Hosp und Görgl. Gisin setzt sich an die Spitze. 2:36,12 ist die neue Bestmarke. Marsaglia scheidet aus.

Hoppauf, Niki und Liz!

Niki Hosp geht ins Rennen. Sie riskiert, fährt super! Zwei, drei Tore vor dem Ziel ein kleiner Fehler, aber sie bringt die Bestzeit ins Ziel! Und was für eine! 2:35,02 - Hosp bleibt über eine Sekunde vor Gisin! Das könnte eine Medaille werden! Jetzt Liz Görgl.... sie fährt los... NEIN! AUCH Görgl fällt aus! Schade! Eine Medaillenhoffnung weniger!

Die besten fünf

Das Rennen geht in die Entscheidung. Es stehen nur noch fünf oben, doch die fünf sind alle Top-Läuferinnen: Maria Höfl-Riesch, unsere Anna Fenninger, Tina Maze, Lara Gut und Julia Mancuso.

Die Deutsche Maria Höfl-Riesch geht ins Rennen. 23 Hundertstel Vorsprung hat sie aus der Abfahrt - uns sie baut ihn aus! Jetzt 44 Hunderstel - im Ziel! Höfl-Riesch bleibt vorne! 2:34,62 ist die neue Bestmarke.

Kann Anna Fenninger das unterbieten? Nein - so viel ist klar. Sie verliert auf der ganzen Fahrt. 1,82 Sekunden Rückstand im Ziel - das reicht nicht für eine Medaille. Fenninger liegt nach ihrer Fahrt nur auf Rang 6. Hosp bleibt auf Platz 2. Wird das eine Medaille?

Die nächste: Tina Maze! Sie bleibt hinter Hosp! 2:35,25 ist nur Rang 3! Und es sind nur noch zwei am Start! Lara Gut und Julia Mancuso! Lara Gut scheidet aus! NICOLE HOSP hat eine MEDAILLE! Silber oder Bronze? In wenigen Sekunden werden wir es wissen! Nur noch Julia Mancuso steht am Start.

Höfl-Riesch und Hosp haben schon im Ziel Aufstellung genommen... Mancuso geht mit einem Riesenvorsprung von über einer Sekunde ins Rennen, doch sie verliert! Im Ziel liegt sie auf Platz 3! 2:35,15! Julia Mancuso bleibt hinter Nicole Hosp! SILBER für NICOLE HOSP!

Maria Höfl-Riesch, die Top-Favoritin auf Olympia-Gold in der Damen-Kombination holt sich die programmierte Goldmedaille. Nicole Hosp aus Österreich fährt auf Platz 2 und Julia Mancuso aus den USA auf Rang 3.

Hosp kann sich mit Recht freuen. Nach der Abfahrt ist sie nur auf Platz 8, und jetzt holt sie Silber. "Es war sehr schwer zu fahren", sagt sie, weil die Piste eben viele Rippen hatte. Aber was soll's? Wenn es leichter zu fahren gewesen wäre, dann läge vielleicht jetzt auch eine Tina Maze, eine Lara Gut oder eine Julia Mancuso vor Hosp. Seien wir mit dem Ergebnis zufrieden. Es ist erst der dritte Olympia-Tag, und Österreich hat bereits drei Medaillen - eine Goldene und zwei Silberne. So kann es gerne weitergehen!

Reaktionen nach dem Rennen

Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch: "Ich verspüre einfach nur riesengroße Erleichterung. Es war vor dem Rennen eine riesige Erwartungshaltung. Ich habe zwar immer gesagt, ich bin locker, aber die Anspannung war schon gewaltig. In der Abfahrt ist es mir nicht so gut gegangen, da muss ich mir für die Spezialabfahrt noch etwas überlegen. Im Slalom war es nicht einfach, speziell wenn es so steil losgeht. Es hat ganz schön gerüttelt und geschüttelt und war schwer zu fahren, umso schöner ist es, dass es so gut gelaufen ist."

Nicole Hosp: "Es war sehr schwierig zu fahren mit extrem harten Rippen, eng und drehend. Ich habe nur mitgekriegt, dass es im oberen Teil nicht ganz optimal war, da habe ich gedacht, jetzt muss ich den Turbo zünden. Ich habe noch sehr gezittert. Ich bin happy, dass es Silber geworden ist. Wahnsinn. Mein Ziel war eine Medaille. Jetzt kann ich bei den nächsten Bewerben locker drauf los fahren. Alles, was noch kommt, ist Draufgabe."

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