Sotschi: Maze und Gisin holen zeitgleich Gold in der Damen-Abfahrt, Pleite für Österreich

Sotschi: Maze und Gisin holen zeitgleich Gold in der Damen-Abfahrt, Pleite für Österreich

Gleich im ersten Bewerb des Tages wurde es für Österreich ernst. Nach Gold durch Matthias Mayer in der Herren-Abfahrt wollten es ihm die Damen nachmachen. Daraus wurde nichts. Gold holten die zeitgleichen Tina Maze und Dominique Gisin. Österreichs Damen müssen eine Pleite verdauen. Nicole Hosp landet als beste auf Rang 9.

Die Hoffnungen und Erwartungen der österreichischen Läuferinnen waren vor der Olympia-Abfahrt der Damen groß, doch sie wurden enttäuscht. Anna Fenninger, nach der starken Kombi-Abfahrt (Platz 4) eine große Medaillenhoffnung, fuhr im oberen Streckenabschnitt an einem Tor vorbei, Mitfavoritin Elisabeth Görgl erreichte nur Platz 16 und Cornelia Hütter landete auf Platz 23. Am besten schlug sich noch Nicole Hosp. Sie wurde neunte.

Die hohen Temperaturen und die weiche Piste machten es den Läuferinnen nicht leicht. Nicole Hosp sagte dazu in einem ersten Interview im Ziel: "Es war extrem unruhig und schwierig. Die Piste war wegen der hohen Temperaturen aufgegangen." Fünf Grad Plus sind eben etwas zu viel für eine Olympia-Abfahrt.

Die Österreicherinnen hatten mit der Entscheidung also nichts zu tun, dennoch setzten sich Top-Favoritinnen durch, und es gab eine historische olympische Sensation: Die Slowenin Tina Maze und die Schweizerin Dominique Gisin kamen mit der gleichen Zeit, 1:41,57, ins Ziel. Es war eine Zeit, die sonst keine Läuferin unterbieten konnte. Damit gibt es erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele Doppel-Gold in der Damen-Abfahrt.

Für Slowenien ist das ein großer Tag, denn Mazes Bestzeit bedeutet die erste olympische Goldmedaille der Geschichte für das Land. Die Schweiz hat jedoch noch mehr Grund zum Jubeln: Lara Gut fuhr die zweitschnellste Zeit des Tages (1:41,67), eine Zehntelsekunde hinter Maze und Gisin, und holte damit Bronze.

Enttäuschung bei Fenninger und Görgl

Anna Fenninger war im Ziel klarerweise enttäuscht. Nach dem ungewollten Einkehrschwung kullerten ihr während Maze und Gisin gefeiert wurden Tränen über die Wangen. Was nützte es ihr schon, dass sie bis zu ihrem Ausscheiden mit Bestzeit vorne lag? Eine solche Bestzeit muss man klarerweise auch ins Ziel bringen, gerade bei Olympia.

"Der ganze Hang war unruhig und dunkel. Ich habe einen Schlag bekommen, der mir das Gleichgewicht genommen hat. Ich bin dann nicht mehr gescheit über den Außenski gekommen und habe einen Einkehrschwung gemacht", sagt Fenninger. Ein Trost könnte sein, dass sie erst 24 Jahre jung ist und sie - sofern alles passt - in vier Jahren in Pyeongchang noch eine Chance hat, in der olympischen Abfahrt Gold zu holen. Dann blickte Fenninger aber auch schon wieder erwartungsfroh in Richtung Super-G. Der wird am Samstag ausgetragen und ist eigentlich ihre Spezialdisziplin.

Auch Elisabeth Görgl war mit ihrem 16. Platz klarerweise nicht zufrieden. "Was soll ich machen, als im Rennen Vollgas zu geben? Das habe ich probiert und es ist nicht aufgegangen. Fertig", sagt sie. Vielleicht habe sie zu viel riskiert, ein Tor hat sie verräumt und dabei ihren Rennanzug zerfetzt.

Dass Fenninger und Görgl als potenzielle Siegläuferinnen unzufrieden sind mag keine Überraschung sein, dass die Ungarin Edit Mikos, die mit Platz 6 eine kleine Sensation ablieferte, auch nicht zufrieden war, aber schon. Obwohl sie im Weltcup noch nie unter den Top Ten gefahren war meinte sie im ersten Zielinterview: "Ich wollte eine Medaille. Deswegen bin ich hier. Leider ist mir das nicht gelungen. Dann muss ich es eben in vier Jahren nochmals versuchen." Wer weiß - vielleicht gehört Miklos in vier Jahren tatsächlich zu den Top-Favoritinnen.

Die Entscheidung zum Nachlesen

Jetzt kommen die Top-Favoritinnen. Lara Gut mit Nummer 18, Elisabeth Görgl mit Nummer 19, danach Maria Höfl-Riesch, Tina Maze und dann mit Nummer 22 Österreichs Top-Favoritin Anna Fenninger.

Jetzt fährt Lara Gut. Sie ist schnell, liegt oben deutlich vor Gisin, eine brilliante Fahrt! Jetzt im Zielhang - sehr stark! Aber sie bleibt hinter Gisin zurück! 1:41,67 ist eine Zehntelsekunde hinter Gisin.

Elisabeth Görgl

Österreichs nächste Medaillenhoffnung ist unterwegs. Hoppauf, Liz! Aber Görgl liegt zurück! Oben bereits sieben Zehntel Rückstand auf Gisin! Die Bronzemedaillengewinnerin von Vancouver kommt jetzt in den Zielhang - und sie fällt weiter zurück! Schade, schade! Liz Görgl - das war nicht ihr Rennen. 1:42,82, das ist nur der vorläufige zehnte Rang.

Die nächste Top-Favoritin: Maria Höfl-Riesch aus Deutschland. Bei der Kombi-Abfahrt hat sie gezeigt, dass ihr der Hang liegt. Aber da ist ein neuer Tag, ein neues Rennen, und Höfl-Riesch kann ihre Fahrt von der Kombi nicht toppen! Gisin bleibt weiter vorne, Höfl-Riesch kommt nur auf Rang 9!

Der Zwischenstand weiterhin: Die Schweizerinnen Dominique Gisin vor Lara Gut und Daniela Merighetti aus Italien.

Jetzt Tina Maze. Sie hat schon zwei Silbermedaillen und will jetzt Olympiagold. Das sieht gut aus! Maze ist schnell! SEHR schnell. Oben vor Gisin, bei der nächsten Zwischenzeit wieder! Maze greift nach den Sternen! Im Ziel! ZEITGLEICH! Tina Maze und Dominique Gisin liegen zeitgleich auf Platz eins!

Anna Fenninger

Die letzte Österreicherin geht ins Rennen! Anna Fenninger - unsere letzte, große Hoffnung auf eine Abfahrts-Olympiamedaille. Anna! Wir drücken die Daumen! Sie fährt los, nimmt eine etwas andere Linie - hoch oben. Ist das eine gute Linie? Wir warten auf die Zwischenzeit... Aber was ist das?

Anna Fenninger fährt am Tor vorbei! AUS! Anna Fenninger ist ausgeschieden! NICHTS wird es mit einer Medaille für Österreich bei der Damen-Abfahrt! Schade, schade!

ABER: Sotschi 2014 hat eine neue Sensation! Wenn es bei dem aktuellen Stand bleibt, dann gibt es bei der Damen-Abfahrt zwei Olympiasiegerinnen. Doppel-Gold für Tina Maze aus Slowenien und die Schweizerin Dominique Gisin. Auf Rang drei die zweite Schweizerin am Podest: Lara Gut

Welche Läuferin könnte noch in die Medaillenränge eingreifen? Vom Papier her eigentlich keine... es sind fast nur noch sogenannte Exotinnen am Start. Alle Top-Läuferinnen sind im Ziel, abgesehen von Anna Fenninger und Tina Weirather, die nicht gestartet ist.

Das Renenn geht weiter

ABER: Papier ist geduldig, und Sensationen sind bei Olympia immer möglich! Edit Miklos, die Ungarin mit der Nummer 25. Entschuldigung, aber uns ist die Dame unbekannt. Doch auch sie ist schnell! GUT unterwegs! Das hätten wir nicht erwartet. Miklos kommt ins Ziel mit einer Zeit von.... 1:42,28 - das ist Platz 6, noch vor Julia Mancuso aus den USA und der schnellsten Österreicherin, Nicole Hosp. Ein verrücktes Rennen!

Die nächste Läuferin ist Lotte Smiseth Sejersted. Auch sie ist weitgehend unbekannt, aber auch sie ist SCHNELL! Oben vor der Zeit von Maze und Gisin! Ja gibt es das? Müssen die beiden vermeintlichen Olympiasiegerinnen nochmals um ihre Goldmedaillen zittern? Smiseth Sejersted ist weiter gut unterwegs und weiter VORNE! Jetzt der Zielhang... die letzten drei, vier Tore... Gibt es die ganz große Sensation bei dieser Damen-Olympia-Abfahrt?

NEIN! Aus der ganz großen Sensation wird nichts. Smiseth Sejerste fällt am letzten Streckenabschnitt zurück. 1:42,01 ist ihre Zeit, und damit fährt sie an den Medaillenrängen vorbei. 1:41,67 hätte sie gebraucht, um Lara Gut Bronze abzuluchsen. Aber Smiseth Sejersted landet auf Platz 6. Nicole Hosp, die beste Österreicherin rutscht damit auf Rang 9.

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