Sotschi: Bronze für Österreichs Biathlon-Team. Sumann: "Danke, Burschen!"

Sotschi: Bronze für Österreichs Biathlon-Team. Sumann: "Danke, Burschen!"

Trotz ihrer reichen Erfahrung ist ein olympischer Staffelbewerb auch für Christoph Sumann (38) und Daniel Mesotitsch (37) noch immer etwas Besonderes und vor allem Nervenaufreibendes. In ihrem Olympia-Abschiedsrennen wurde das Duo am Samstagabend aber schließlich noch mit Bronze belohnt.

Österreichs Biathlon-Herren haben am Samstag bei den Winterspielen zum zweiten Mal nach Sprint-Silber durch Dominik Landertinger zugeschlagen. Christoph Sumann, Daniel Mesotitsch, Simon Eder und Landertinger holten in Krasnaja Poljana in einer spannenden 4x7,5-km-Staffel Bronze hinter Russland und Deutschland. Sumann, der nach Olympia seine Sportler-Karriere mit 38 Jahren beendet, bedankte sich bei seinen Teamkollegen: "Danke, Burschen, dass ihr mir das noch einmal ermöglicht habt."

Favorit und Titelverteidiger Norwegen landete sensationell nur an vierter Stelle, nachdem Schlussläufer Emil Hegle Svendsen im letzten Schießen gepatzt hatte.

"Es war brutal spannend, denn es haben ja fünf Nationen bis zuletzt um Gold gekämpft. Außerdem bin ich beim Zuschauen zehnmal so nervös", meinte der 37-jährige Mesotitsch nach dem Gewinn seiner zweiten Olympia-Medaille. "Es ist so schwer, hier bei Olympia aufs Podest zu kommen, das macht uns unglaublich stolz. Ich bin froh, dass ich so von der Olympischen Bühne abtreten kann. Ich hatte bei allen drei Einzelrennen wirklich Probleme am Schießstand und heute hat es endlich funktioniert."

Zitterpartie zur Medaille

Der Weg zur nächsten gemeinsamen Staffelmedaille nach Silber 2010 war aber auch für Dominik Landertinger und Simon Eder eine echte Zitterpartie. Sumann erzählte, dass die gesamte Mannschaft den ganzen Tag über, den man auf der Couch mit Olympia-Fernsehen verbracht hatte, äußerst angespannt gewesen sei. "Wir haben uns angeschaut und gesagt, verdammte Staffel. Wir haben uns alle vier in die Hose geschissen. Das ist überhaupt kein Vergleich mit einer Weltcupstaffel, wir sind alle am Zahnfleisch gegangen. Die Staffel ist einfach ein Stressfaktor, weil du weißt, du darfst nicht ausleeren", erzählte Startläufer Sumann.

Sogar der ansonsten stets ruhige Mesotitsch sei ungewöhnlich nervös gewesen. "Der Meso ist normalerweise eine coole Sau, wenn der einmal schwitzt, dann heißt das was", meinte Sumann, der nach nicht optimalen Einzelauftritten mit Bronze um den Hals als Abschiedsgeschenk sehr gut leben konnte. "Das war meine beste Leistung, ich bin auf meiner Schlussrunde bis auf den letzten Zipfel gut mitgekommen. Ich bin zufrieden, das ist ein schöner Abschluss."

Nervosität bei Olympia

Mesotitsch, der anders als Sumann zumindest noch ein Jahr anhängen will, erlebte den letzten Olympiatag ähnlich. "Komischerweise bin ich nur alle vier Jahre einmal nervös, bei der Olympiastaffel. Es ist schon anders als sonst, weil eine Staffelmedaille ist etwas ganz Besonderes und für die Ewigkeit", sagte der Kärntner. Nach dem Absolvieren des eigenen Staffelparts sei das Mitzittern mit den Teamkollegen aber fast noch schlimmer. "Beim Zuschauen krepierst du fast, man hat einen Krapfen im Magen und es ist einfach nur Hardcore, aber wenn es so ausgeht, ist die Erleichterung riesengroß."

Auch Schlussläufer Landertinger verspürte eine besondere Anspannung. "Ich bin heute zweimal öfter aufs Klo gegangen als normal." Wegen der letzten Chance für die beiden Routiniers sei der Leistungsdruck noch ein wenig größer gewesen. "Für Sumi und Meso war es die letzten Olympiade, da liegt der Druck schon auf den Schultern des Schlussläufers, aber sobald ich rauslaufe, merke ich davon nichts mehr."

Landertinger hatte bereits gepackt

Sumann verriet, dass Landertinger vor dem Bewerb aus Nervosität sogar schon angefangen habe, seine Sachen für die Abreise zusammenzupacken. "Das habe ich deswegen gemacht, damit ich jetzt gleich ins Österreich-Haus feiern gehen kann", verteidigte sich der Sprintzweite. Er sei sehr froh, dass nun auch seine Kollegen mit Edelmetall wieder nach Hause reisen dürfen. "Ich wollte unbedingt, dass meine Kollegen auch eine Medaille mitnehmen, das war mir wichtig."

Auch Eder betonte, dass er sehr nervös gewesen sei. Trotz der Freude um die im Einzel (4.) noch knapp verpasste Medaille waren viele seiner Gedanken aber woanders. Gleich nach dem Zieleinlauf telefonierte er mit der Familie daheim und verriet danach, dass seine schwangere Freundin Katrin am Freitag erfahren habe, dass sie sich auf ein Mädchen freuen dürfen. Darauf und auf seinen 31. Geburtstag am Samstag wollte das Quartett bei der Mehrfach-Medaillenfeier im Österreich-Haus anstoßen. "Es wird heute noch rund gehen", kündigte Mesotitsch an.

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