Sotschi 2014: Die Spiele sind eröffnet

Sotschi 2014: Die Spiele sind eröffnet

Vor 40.000 Zuschauern wurden im Fischt-Stadion in Sotschi die Olympischen Winterspiele 2014 von Vladimir Putin eröffnet. IOC-Präsident Thomas Bach sagte in seiner Rede: "Olympia bringt die Leute zusammen. Das ist die Botschaft. Es ist möglich, in Harmonie zusammenzuleben, ungeachtet der Herkunft, Kultur und Ansichten."

"Russische Träume" sollen sich bei den XXII. Olympischen Winterspielen von Sotschi verwirklichen. Die zweieinhalbstündige Eröffnungszeremonie vor 40.000 Zuschauern im Fischt-Stadion war eine Zeitreise durch die Geschichte des Landes. Präsident Wladimir Putin erklärte die Spiele am Freitagabend um 22.26 Uhr Ortszeit "für eröffnet". Ein Höhepunkt war die olympische Hymne gesungen von Anna Netrebko.

Das olympische Feuer wurde von den jeweils dreifachen Olympiasiegern und zehnfachen Weltmeistern Irina Rodnina (Eiskunstlauf) und Wladislaw Tretjak (Eishockey) auf der Medal Plaza entzündet, nachdem es die russischen Sportgrößen und -legenden Maria Scharapowa (Tennis), Jelena Isinbajewa (Leichtathletik), Alexander Karelin (Ringen) und Alina Kabajewa (Rhythmische Gymnastik) durch das Stadion getragen hatten.

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Ab Samstag geht es für rund 2.900 Sportler aus 87 Nationen in 98 Bewerben um Gold, Silber und Bronze. Österreich ist mit einem 130-köpfigen Aufgebot vertreten. Die an der Eröffnungsfeier teilnehmende ÖOC-Delegation hatte der Nordische Kombinierer Mario Stecher mit "einem Kribbeln im Bauch" angeführt. Österreich - in rote Jacken und schwarze Hosen gekleidet - war als dritte Nation an der Reihe.

Dem zweifachen Team-Olympiasieger Stecher folgten die Eishockeyspieler, Alpinskifahrer Matthias Mayer, die Skeletonpiloten Janine Flock, Matthias Guggenberger und Raphael Maier, Eiskunstläufer Viktor Pfeifer, die Eisschnellläuferinnen Vanessa Bittner und Anna Rokita, Shorttrack-Läuferin Veronika Windisch und die Ski-Freestyler Philomena Bair und Luca Tribondeau.

Einen "Ausrutscher" leistete sich der eigentlich Glatteis erprobte Alpo Suhonen. Der Sportdirektor des österreichischen Eishockey-Verbandes blieb unverletzt, ein Foto des Missgeschicks zierte aber sofort diverse Internetseiten.

Kreml-Chef Putin durfte laut Protokoll nur einen Satz sagen und die Spiele offiziell eröffnen. Im Programmheft nannte er die Spiele eine "große Ehre und große Verantwortung für unser Land". Den Sportlern gab er mit auf den Weg: "Genießen Sie Ihre Siege, unvergessliche Freundschaften und die lebhaftesten Eindrücke."

Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bedankte sich bei den Einwohnern von Sotschi und den Arbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz. "Das IOC möchte, dass Ihre Träume wahr werden", sagte er an der Schwarzmeerküste und im Schatten der Kaukakus-Berge an die Athleten gerichtet. "Olympia bringt die Leute zusammen. Das ist die Botschaft." Es sei möglich, in Harmonie zusammenzuleben, ungeachtet der Herkunft, Kultur und Ansichten. "Respektieren Sie die Regeln, seien Sie fair und kämpfen Sie sauber."

Warm ums Herz bei kühlen Temperaturen und teils langatmiger Show wurde es, als Anna Netrebko die Bühne betrat. Die russische Operndiva mit österreichischer Staatsbürgerschaft sang die olympische Hymne in russischer Sprache. Bemerkenswert war im Vorprogramm der Auftritt des Mädchen-Pop-Duos t.A.T.u., das in seinen Songs immer wieder die gleichgeschlechtliche Liebe thematisiert.

Die offizielle Eröffnungsfeier begann um Punkt 20.14 Uhr Ortszeit. Ein Mädchen namens Lubow, was übersetzt Liebe heißt, stellte das russische Alphabet vor und begleitete die Zeitreise durch die russische Geschichte - von Zar Peter dem Großen bis ins Hier und Jetzt. Tschaikowskis Schwanensee untermalte den Abflug der Friedenstauben.

Hingucker waren gigantische Ausgaben der Maskottchen Leopard, Hase und Polarbär, die sich auf Sportgeräten versuchten, sowie ein überdimensionaler Ballsaal mit Marmorsäulen und Balletteinlage zu klassischer Musik. Immer wieder schwebten riesige Objekte durch die Luft, von Pferden bis Bauteilen - kein seltener Anblick dieser Tage in der Olympiaregion. Und sogar echter Schnee rieselte vom Stadiondach.

Die Athleten waren dieses Mal übrigens gleich zu Beginn an der Reihe gewesen, sie durften nach ihrem Einmarsch und einer kräfteschonenden halben Stadionrunde gleich in den Rängen Platz nehmen - und am Ende der Show wieder gemeinsam aus dem Stadion ausziehen.

Prominente Fahnenträger waren für Deutschland Maria Höfl-Riesch, für Liechtenstein Tina Weirather, für Mexiko Hubertus von Hohenlohe, für Norwegen Aksel Lund Svindal, für Kroaten Ivica Kostelic (alle Ski alpin), für die USA Todd Lodwick (Nordische Kombination), für Italien Armin Zöggeler (Rodeln) und für die Schweiz Simon Ammann (Skispringen).

Besonderer Jubel brandete auf, als am Ende Bobpilot Alexander Subkow das Aufgebot der gastgebenden Nation ins Oval führte. Sämtliche auf den Sitzplätzen verteilte weiße, blaue und rote Lichter blinkten dabei.

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