Sotschi 2014: Die letzte Chance für Österreichs Superadler im Skispringen

Sotschi 2014: Die letzte Chance für Österreichs Superadler im Skispringen

Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Thomas Diethart und Michael Hayböck kämpfen heute ab 18:15 Uhr bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi um Medaillen im Mannschafts-Skispringen. Vor dem Bewerb ist die Stimmung angespannt, denn nach den Einzelbewerben haben die Herren noch keine Medaille errungen.

Heute, Montagabend, geht es für das ÖSV-Skisprungteam um mehr als nur um eine Medaille. Es geht um die Ehre. Mit dem Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer, dem Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern, dem aktuellen Vierschanzentournee-Gewinner Thomas Diethart und dem Senkrechtstarter Michael Hayböck ist der ÖSV nach Sotschi gereist, um bei den dortigen Winterspielen aufzuzeigen, dass Österreich die Skisprungnation Nummer eins ist.

Bisher ist diese Mission allerdings gründlich daneben gegangen. Nach den Einzelspringen steht Österreich noch ohne Medaille da, obwohl Cheftrainer Alexander Pointner genau diese in jedem Bewerb in Aussicht gestellt hat. Gelingt es Österreich im Teambewerb wieder nicht, in die Top drei zu kommen, dann wären die Spiele die ersten seit jenen von Salt Lake City im Jahr 2002, bei denen Österreichs Superadler ohne Medaille bleiben.

Obwohl: Eine Skisprung-Medaille hat Österreich schon, und zwar die Silberne, die Daniela Iraschko-Stolz im ersten Damen-Skispringen der Geschichte der Olympischen Spiele gewonnen hat. Sie könnte jetzt die große Ehrenretterin bleiben.

Die Adler in der Krise

Gregor Schlierenzauer, der schon die ganze Saison ein wenig hinter seiner Form her springt, konnte seine Adlerflügel auch bei Sotschi 2014 noch nicht ausbreiten. Mit der kleinen Schanze ist er von Anfang an nicht richtig zurecht gekommen, konnte keinen einzigen wirklich überzeugenden Sprung setzen und landete weit abgeschlagen unter ferner liefen. Der Olympiasieg im Einzelspringen, der so ziemlich das einzige ist, das der mehrfache Weltmeister im Skispringen und Skifliegen noch nicht gewonnen hat, blieb ihm abermals verwehrt. Jammern ist aber nicht die Sache des 24-jährigen, obwohl er nach dem Springen von der Großschanze meinte, den Sport, in dem er schon so viele Erfolge gefeiert hat, nicht zu verstehen. "Die größte Motivation", sagte er nach dem Bewerb auch, "hat mir heute der Kasai gegeben. Dass man auch mit 41 Jahren noch eine Medaille, gar nicht weit weg von Gold, machen kann." Der Japaner Noriaki Kasai holte bei dem Springen Silber, nur einen Hauch hinter dem Überflieger der Saison, dem Polen Kamil Stoch.

Thomas Morgenstern, der Unglücksrabe der Saison, hatte nach einem durchwachsenen Vorjahr, für die Olympiasaison wieder eine beachtliche Form
erreicht, wurde dann aber von einem Sturz in Titisee-Neustadt aus der Bahn geworfen. Kam zur Vierschanzentournee wieder in Form, wurde dort zweiter und stürzte kurz darauf beim Training zum Skifliegen am Kulm wieder. Der zweite Sturz, von dem er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma davontrug, geht ihm immer noch durch den Kopf. Und weil Skispringen, wie alle Springer immer sagen, zumindest zu 50 Prozent eine Kopfsache ist, war seine Medaillenchance bei Sotschi 2014 schon vor Beginn der Bewerbe zur Hälfte dahin. Die andere Hälfte der Medaillenchance wurde von den schwierigen Windverhältnissen bei den bisherigen Bewerben in Sotschi verblasen.

Thomas Diethart, der Senkrechtstarter der Saison, im Jänner noch Sieger der Vierschanzentournee, scheint nach dem großen Erfolg vom Jänner und der ihm danach verordneten Zwangspause auch noch nicht ganz mit dem Kopf in Sotschi zu sein. Bei Olympia müssen 100 Prozent stimmen, und das war eben bei ihm bisher nicht der Fall. So wie Morgenstern kann man aber Diethart auch als ein Opfer der russischen Winde sehen.

Freunde des Windes

Dass aber - kaukasische Fallwinde hin und her - bei allen bisherigen Bewerben trotzdem die Top-Favoriten vorne lagen und zweimal der Pole Kamil Stosch gewann, der obendrein amtierender Weltmeister auf der Großschanze ist und den Weltcup überlegen anführt, kann man als Zuseher auch dahingehend interpretieren, dass die Sache mit dem Wind gar nicht so ausschlaggebend ist. "Der Wind ist als Skispringer dein Freund", pflegt der frühere Skisprung-Star Andreas Goldberger zu sagen. "Wenn du in Form bist, dann gibt es keinen schlechten Wind.

Das sollten sich die ÖSV-Springer heute Abend vor Augen halten. Auch wenn die Konkurrenz mit Polen, Deutschland und der Schweiz noch so stark ist.

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