Ski Alpin: Fenninger, Hirscher und der Kampf um die große Kugel

Der Kampf um die große Kristallkugel im Alpinen Skiweltcup geht ins Finale. Und spannender könnte es wohl nicht sein. In beiden Weltcups greifen Österreicher nach dem Sieg. Bei den Herren könnte Marcel Hirscher zum dritten Mal in Folge zum besten Skifahrer der Welt gekrönt werden, bei den Damen kämpft Anna Fenninger um ihren ersten Triumph. Doch es wird ein Herzschlagfinale.

Ski Alpin: Fenninger, Hirscher und der Kampf um die große Kugel

Die große Show im Schweizer Lenzerheide kann beginnen: Beim Weltcup-Finale ist noch alles offen und die beiden österreichischen Skistars Marcel Hirscher und Anna Fenninger sind im Kampf um die große Kristallkugel mittendrin im Geschehen.

Erstmals seit dem Jahr 2002 könnten beide großen Kristallkugeln nach Österreich gehen. Damals gewannen Stefan Eberharter und Michaela Dorfmeister den Gesamtweltcup. Es wird aber ein ganz schwieriges Unterfangen, mit Aksel Lund Svindal und Maria Höfl-Riesch haben beide österreichische Asse harte Konkurrenten.

Hirscher kämpft um österreichischen Rekord
Bei den Herren ist es noch keinem Österreicher gelungen, den Gesamtweltcup dreimal in Folge zu gewinnen. Die legendäre Annemarie Moser-Pröll schaffte es gar fünfmal in Folge (1971-1975), Petra Kronberger immerhin dreimal in Folge (1990-1992). Bei den Herren gelang dieses Kunststück dem Italiener Gustav Thöni (1971-1973) und der schwedischen Legende Ingemar Stenmark (1976-1978).


Marcel Hirscher / Bild: © Dominic Ebenbichler / Reuters

Marcel Hirscher weiß also, wie man in den letzten entscheidenden Rennen auftrumpft. Auch in den letzten beiden Jahren konnte Hirscher den Gesamtweltcup erst zum Saisonabschluss fixieren. Mit Aksel Lund Svindal hat Hirscher aber den gleichen hartnäckigen Konkurrenten wie im Vorjahr, der seinerseits auch schon zweifacher Gesamtweltcup-Sieger ist und in zwei Herzschlagfinali Benjamin Raich die große Kristalkugel vor der Nase wegschnappte.

Die Ausgangssituation könnte spannender nicht sein. Marcel Hirscher hat gerade einmal vier Punkte Vorsprung auf den Norweger. Es gibt noch jeweils einen Bewerb in jeder Disziplin, wobei Svindal in Abfahrt und Super-G, Hirscher in Riesentorlauf und Slalom zu favorisierien ist.

Was das Finale noch brisanter macht, ist der Umstand, dass sowohl Hirscher als auch Svindal zurzeit nicht gerade in Bestform fahren. Svindal konnte bei den letzten drei Speed-Rennen in Kvitfjell gerade einmal die Plätze 5, 6 und 4 belegen und nur wenige wichtigen Punkte gegen Hirscher herausholen. Der Salzburger hingegen zeigte sich in seinen geliebten Technik-Disziplinen mit den Plätzen 4 und 5 nicht besser.

Somit gibt es auch keinen Favoriten für das Weltcup-Finale. Svindal wird alles versuchen, um bei den ersten beiden Rennen einen Vorsprung herauszuarbeiten. Hirscher hofft bereits im Super-G auf wichtige Punkte und muss dann in Riesentorlauf und Slalom gute Leistungen zeigen. Letztendens wird derjenige Gesamtweltcup-Sieger, der in seinen Spezialbewerben konstantere Leistungen bringt, Siege werden wahrscheinlich gar nicht von Nöten sein.

Fenninger hat Momentum auf ihrer Seite
Es ist bereits sieben Jahre her, dass eine österreichische Skifahrerin den Gesamtweltcup für sich entscheiden konnte. Damals war es Niki Hosp . Super-G-Olympiasiegerin Anna Fenninger könnte ihr es nun nachmachen. Und ihre Chancen sind ganz hervorragend. Zwar hat Fenninger 29 Punkte Rückstand auf die deutsche Weltcup-Führende Maria Höfl-Riesch, aber die 24-jährige Salzburgerin befindet sich zurzeit in der Form ihres Lebens.

Nach zwei Siegen am vergangenen Wochenende in Aare sieht auch Höfl-Riesch das Momentum auf der Seite von Fenninger und kürte sie zur Favoritin. Höfl-Riesch hat nach den Olympischen Spielen (Gold in der Super-Kombination, Silber im Super-G) ihre Topform etwas verloren. Am letzten Wochenende konnte sie nur die Plätze 21, 10 und 7 belegen.

Neben ihrem kleinen Punktepolster hat Höfl-Riesch aber noch ein zweites Ass im Ärmel: Sie fährt ein Rennen mehr als Fenninger. Auch im Slalom ist die Deutsche stark und kann bei einem guten Rennverlauf viele Punkte einfahren. Fenninger muss in den Speed-Disziplinen und im Riesentorlauf gegen die Allrounderin Punkte gutmachen. Solide Platzierungen werden dabei nicht reichen, drei Podestplätze könnten ihr aber den entscheidenen Schub geben.

Die deutsche Altmeisterin wird aber bestimmt auch von ihrer Routine profitieren, schließlich gewann sie den Gesamtweltcup schon einmal hauchdünn. Anna Fenninger wird aber nach dieser großartigen Saison und ihrem ersten Olympiasieg mit größtmöglicher Selbstsicherheit an den Start geht. Wenn sie ihr Momentum über das Finale retten kann, wird sie nur schwer zu schlagen sein.

Großer Kampf um kleine Kugeln
Auch in den Einzeldisziplinen geht es noch heiß her. Fünf von zehn kleinen Kristallkugeln sind noch zu gewinnen, wobei abermals Marcel Hirscher und Anna Fenninger Österreichs große Hoffnungen sind. Bereits entschieden sind folgende Disziplinen:

- Abfahrt Herren: Aksel-Lund Svindal,
- Super-G Herren: Aksel-Lund Svindal,
- Super-Kombination Herren: Ted Ligety und Alexis Pinturalt ,
- Slalom Damen: Mikaela Shiffrin ,
- Super-Kombination Damen: Marie-Michele Gagnon .

Spannend wird es vor allem für Marcel Hirscher in den Technik-Disziplinen. Im Riesentorlauf führt er 50 Punkte vor dem vierfachen Disziplinen-Sieger Ted Ligety. Ligety ist wenn er durchkommt praktisch unschlagbar. Dementsprechend heißt es solide zu punkten, was für Hirscher in Hinblick Gesamtweltcup ohnehin notwendig ist.

Im Slalom hat Hirscher fünf Punkte Rückstand auf den Deutschen Felix Neureuther . Die Ausgangssituation ist also leicht erklärt: Wer im abschließenden Slalom besser platziert ist, gewinnt die kleine Kugel.

Bei den Damen könnte Anna Fenninger theoretisch auch noch drei kleine Kristallkugeln gewinnen. Realistisch ist aber nur eine. In der Abfahrt hat Fenninger 80 Punkte Rückstand auf Maria Höfl-Riesch. Nachdem beim Saisonfinale nur die besten 15 Punkte bekommen, müsste Höfl-Riesch also ausfallen und Fenninger gewinnen. Das wäre natürlich auch im Hinblick auf den Gesamtweltcup keine schlechte Situation für die Salzburgerin.

Auch die 71 Punkte Rückstand auf die Schweizerin Lara Gut im Super-G-Weltcup werden nur schwer aufholbar sein. Die größten Chancen auf ihre erste kleine Kristallkugel hat Fenninger im Riesentorlauf. Nach zwei Siegen in dieser Disziplin am vergangenen Wochenende fehlen Fenninger gerade einmal 14 Punkte auf die Schwedin Jessica Lindell-Vikarby .

Das Programm des Weltcup-Finales in Lenzerheide
- Mittwoch, 09:30 Uhr: Abfahrt der Herren
- Mittwoch, 11:30 Uhr: Abfahrt der Damen
- Donnerstag, 09:30 Uhr: Super-G der Herren
- Donnerstag, 11:30 Uhr: Super-G der Damen
- Freitag, 10:30 Uhr: Teambewerb
- Samstag, 09:00/11:30 Uhr: Slalom der Damen
- Samstag, 10:00/12:30 Uhr: Riesentorlauf der Herren
- Sonntag, 09:00/11:30 Uhr: Slalom der Herren
- Sonntag, 10:00/12:30 Uhr: Riesentorlauf der Damen

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