Putin: Olympia ist kein geeigneter Ort für Schwulen-Debatte

Putin: Olympia ist kein geeigneter Ort für Schwulen-Debatte

"Sport und Politik dürfen nicht vermischt werden", macht Vladimir Putin klar. Bei den Olympischen Spielen in Sotschi soll es daher auch keine Schwulen-Debatte geben.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht die Winterspiele in Sotschi nicht als geeigneten Ort für eine Debatte über die Rechte von Homosexuellen. "Ich weiß, dass Sie humanitären Fragen und Menschenrechten immer viel Beachtung schenken", sagte Putin am Freitag in Sotschi kurz vor der Eröffnungsfeier bei einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte. Allerdings dürften Sport und Politik nicht vermischt werden. Putin führte einen Fernsehbeitrag an, in dem ein Mann in einer Schwulen-Disko in Sotschi zu Wort gekommen sei. Er habe gesagt: "Sport ist Sport. Olympia ist Olympia. Konzentrieren wir uns darauf." Er teile die Einschätzung dieses Mannes in jeder Weise, ergänzte Putin.

Für Putin sind die mit einem geschätzten Finanzvolumen von 50 Milliarden Dollar teuersten Spiele aller Zeiten ein Prestige-Projekt. Ein neues russisches Gesetz, das die "Propagierung von Homosexualität" verbietet, war international kritisiert worden. Menschenrechtler werfen Putin eine Diskriminierung von Schwulen und Lesben vor.

Festnahmen in St. Petersburg und Moskau

Die Gruppe All Out, die für die Rechte von Homosexuellen eintritt, erklärte, die Polizei habe am Freitag vier ihrer Aktivisten festgenommen. Sie hätten ein Banner in Sankt Petersburg ausgerollt, auf dem gestanden habe: "Diskriminierung ist nicht vereinbar mit der Olympischen Bewegung".

Auch in Moskau gab es Festnahmen. Bei Protesten gegen die Olympischen Winterspiele in Sotschi hat die Polizei mindestens 15 Putin-Gegner festgenommen. Im Stadtzentrum nahe des Roten Platz führten die Sicherheitskräfte mehrere Demonstranten ab, die auf einem Plakat "Keine Olympischen Spiele in einem Land mit politischen Repressionen" gefordert hatten

Googles Regenbogen-Parade gegen Putin

Gegenwind bekam Putin zur Eröffnung der Spiele auch von Google. Mit einem regenbogenfarbenen Doodle - einem modifizierten Google-Logo - mahnte Google auf der Startseite seiner Internet-Suchmaschine an die Einhaltung der Olympischen Charta, nach der Sport ein Menschenrecht ist und ohne jegliche Diskriminierung ausgeübt werden darf.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, sagte vor der Eröffnungszeremonie, Putin werde die Feier nicht für Propagandazwecke nutzen. "Die Olympische Charta ist sehr deutlich. Der Präsident kann nur einen Satz sagen." Die IOC-Regelungen sehen vor, dass Staatschefs zur Eröffnung der Spiele lediglich sagen: "Hiermit erkläre ich die olympischen Spiele für eröffnet".

Überschattet wird Sotschi 2014 von Anschlagsdrohungen muslimischer Extremisten aus der russischen Kaukasus-Region. Aus Furcht vor Bombenanschlägen verboten die USA die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck auf Flügen nach Russland. Auch Sprühdosen, Gels und Pulver müssten im normalen Reisegepäck verstaut werden, teilte die Behörde für Transportsicherheit am Donnerstag mit. Nach zwei Selbstmordanschlägen mit mindestens 34 Toten im südrussischen Wolgograd im Dezember waren die Schutzvorkehrungen landesweit erhöht worden.

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