Olympische Spiele in Sotschi: Korruption, Frust, Budgetexplosion

Olympische Spiele in Sotschi: Korruption, Frust, Budgetexplosion

Schon im Februar 2014 soll Sotschi Austragungsort der Olympischen Winterspiele sein. Doch außer heiße Luft haben die Verantwortlichen bisher wenig zustande gebracht.

Dramatische Korruptionsvorwürfe, massive Zuschauerbeschränkungen und Funktionärsfrust - die schlechten Nachrichten für die Olympia-Macher von Sotschi 2014 (7. bis 23. Februar) reißen nicht ab: 250 Tage vor der Eröffnungsfeier des russischen Wintermärchens stürzen die Organisatoren von einer Erklärungsnot in die andere. Die glanzvollen Versprechungen entpuppen sich zunehmend als heiße Luft. IOC-Präsident Jacques Rogge erklärte am Freitag in St. Petersburg trotzdem, er freue sich auf fantastische Spiele.

Von den geschätzten 50 Milliarden US-Dollar Gesamtkosten für die Ausrichtung des Winterspektakels seien 30 Milliarden unterschlagen worden, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht, für den der ehemalige Vize-Regierungschef und ausgewiesene Putin-Kritiker Boris Nemzow als Co-Autor verantwortlich zeichnete. "Geschäftsleute und Politiker hätten unrechtmäßig von den Spielen profitiert", lautete der Vorwurf. Zudem wurde die "Sklavenarbeit und die schlechte Qualität der Wanderarbeiter" angeprangert.

Politik ignoriert die Berichte

Der für die Spiele verantwortliche stellvertretende Vize-Ministerpräsident Dmitri Kosak versuchte die Anschuldigungen einfach wegzulächeln. "Allen Neidern zum Trotz werden die Olympischen Winterspiele in der Hauptstadt des Südens stattfinden, dem subtropischen Sotschi", betonte Kosak in St. Petersburg. Wirklich entkräften konnte er die Vorwürfe damit nicht. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verwies auf den Kreml.

Das Ringe-Spektakel in der Schwarzmeer-Stadt wird auf jeden Fall als teuerstes Olympia-Projekt in die Geschichte eingehen. Allein die Sicherheitskosten sollen im Milliardenbereich liegen. "Die Behörden leisten ausgezeichnete Arbeit, um zu garantieren, dass wir sichere und ruhige Spiele erleben", sagte Organisationschef Dmitri Tschernyschenko. Wegen Sotschis Nähe zum früheren Kriegsgebiet Tschetschenien und zum unruhigen Dagestan will die russische Regierung nichts dem Zufall überlassen. Die ergriffenen Maßnahmen sorgten bei Spitzenfunktionären allerdings für großen Ärger.

Kapazitäten gesenkt

Bei den Olympia-Wettkämpfen in den Bergen haben die Organisatoren die anfangs versprochenen Zuschauerkapazitäten zweimal drastisch reduziert und am Ende mehr als halbiert. Begründet wurden die Schritte mit Transport- und Sicherheitsgründen. FIS-Präsident Gian Franco Kasper bestätigte die gewaltigen Kürzungen im alpinen und nordischen Bereich von jeweils 20.000 auf 7.000 Zuschauer. Nach mehreren Protesten müsse man sich damit einfach abfinden.

"Sotschi wird perfekte Spiele organisieren. Meine Angst ist, dass es Spiele ohne Emotionen und Herz werden", gab der 69-jährige Boss des Internationalen Skiverbandes (FIS) zu Protokoll. Auch den Rodel-Weltverband (FIL) traf es hart. Statt der ursprünglich zugesagten 12.000 Zuschauer kann FIL-Präsident Josef Fendt jetzt noch auf maximal 5.000 Fans am Eiskanal hoffen."Wir haben schriftlich Einspruch eingelegt, ohne Erfolg. Wir haben Sorge, dass bei unserer langen Bahnanlage diese Zuschauerzahl zu wenig ist und auch optisch schlecht aussieht", sagte Fendt.

Schlimmer noch: Wegen der Sicherheitsproblematik will Sotschi 2014 auch einen Zuschauerpass einführen. Demnach müssen sich sämtliche Karteninhaber noch einmal zusätzlich registrieren lassen, bevor sie in die Sportstätten dürfen. "Die Zuschauer werden es nicht leicht haben", befürchtete Kasper.

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