Nach Blech-Pech: Marcel Hirscher greift im Herren-Slalom in Sotschi nach GOLD

Nach Blech-Pech: Marcel Hirscher greift im Herren-Slalom in Sotschi nach GOLD

Nach dem undankbaren vierten Platz im Riesenslalom war der programmierte Siegläufer Marcel Hirscher frustriert. Inzwischen ist der Frust wieder der Angriffslust gewichen. Heute will er in seiner Spezialdisziplin, dem Slalom alles klar machen und Gold holen. Einer seiner schärfsten Konkurrenten kommt uas dem eigenen Lager: Mario Matt gehört zu den Top-Favoriten

Für Weltmeister und Weltcup-Gesamtsieger Marcel Hirscher geht es heute ums Ganze: Er will sie heute wie vielleicht kein anderer - die Olympia-Goldmedaille in seiner Spezialdisziplin, dem Slalom.

Dieses unbedingte Wollen ist ein Vorteil, aber auch gleichzeitig ein Druck für Hirscher. Er ist voll auf das Rennen fokussiert, hat sich nach der Pleite im Riesenslalom, wo er zumindest mit Silber hinter dem Amerikaner Ted Ligety gerechnet hatte, dann aber auf dem bei Olympia undankbarsten aller undankbaren Plätze - dem Vierten - gelandet war, wieder aufgerichtet. Hat seine Spezial-Renncarver für den schwierigen Schnee in Sotschi präpariert und will heute dem Rest des Feldes zeigen, dass er die Nummer eins ist, und sonst keiner.

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Olympia ist nicht der Weltcup

Dass ihm sein Spezl Felix Neureuther und der Norweger Henrik Kristoffersen im Weltcup mitunter Punkte und den Platz an der Sonne wegschnappen, das kann Hirscher locker wegstecken. Aber der Slalom von Sotschi 2014 ist nicht irgendein Rennen. Es ist für Hirscher DAS Rennen des Jahres, nein DAS Rennen der nächsten vier Jahre. Die Goldmedaille, die heute Abend bei der Siegerzeremonie vergeben wird, soll ihm umgehängt werden. Gerade das könnte Hirscher aber letztlich ein paar entscheidende Hundertsel kosten Der Hang, auf dem das heute entschieden wird, taugt Hirscher jedenfalls. Er ist steil. Man muss was drauf haben, um in dem Gelände im Höchsttempo fehlerfrei durch den Stangenwald kurven zu können. Die Sache ist nur die: Es gibt noch ein paar andere Draufgänger und Könner, denen das ebenso taugt. Neureuther ist einer, Kristoffersen ein zweiter und Mario Matt, der in Kitzbühel zwar im zweiten Durchgang ausgeschieden ist, nach dem ersten aber in Führung lag und in Val d'Isere gewonnen hat, ein dritter. "Der Favoritenkreis ist brutal groß", weiß auch Hirscher.

Gelassener Matt

Der Tiroler Mario Matt bereitet sich hingegen ganz locker auf das Rennen vor. Sicher, auch er will diese Goldmedaille. Als Abschluss einer großen Karriere, in der er schon zwei Mal Weltmeister wurde, in der ihm aber olympisches Edelmetall verwehrt blieb. Mit 35 Jahren ist Matt noch fit und spritzig genug, um sich bei Sotschi 2014 selbst zu krönen.

Druck scheint er jedenfalls keinen zu haben. „Mir ist völlig wurscht, was andere reden oder schreiben", sagt er, "für mich zählt nur, was ich selber fühle, und dass ich weiß, dass ich, wenn alles passt, sehr schnell bin und ganz vorne mitfahren kann." Bisher sei außerdem alles planmäßig gelaufen. "Wir haben gut trainiert", sagt Matt, der so wie Hirscher sein Setup gefunden hat und sich auf den Nachtslalom in Sotschi freut.

Das Rennen

Das Rennen beginnt um 13:45, der entscheidende zweite Durchgang um 17:15 Uhr. Im ersten Durchgang wird es von Beginn an spannend. Die besten 15 Slalomläufer eröffnen das Rennen. Als erster startet der Schwede Andre Myhrer. Die Nummern der Österreicher: 3 Mario Matt, 4 Marcel Hirscher, 11 Reinfried Herbst, 13 Benjamin Raich

Die Startliste:
1 Andre Myhrer (SWE)
2 Mattias Hargin (SWE)
3 Mario Matt (AUT)
4 Marcel Hirscher (AUT)

5 Henrik Kristoffersen (NOR)
6 Patrick Thaler (ITA)
7 Felix Neureuther (GER)
8 Ivica Kostelic (CRO)
9 Fritz Dopfer (GER)
10 Alexis Pinturault (FRA)
11 Reinfried Herbst (AUT)
12 Jean-Baptiste Grange (FRA)
13 Benjamin Raich (AUT)
14 Markus Larsson (SWE)
15 Manfred Mölgg (ITA)
16 Ted Ligety (USA)
17 Stefano Gross (ITA)
18 Steve Missillier (FRA)
19 Naoki Yuasa (JPN)
20 David Chodounsky (USA)

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