Morgenstern in Sotschi gelandet: "Das ist mein größter Sieg"

Morgenstern in Sotschi gelandet: "Das ist mein größter Sieg"

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht stand Thomas Morgenstern in Sotschi am Gepäckband und genoss den Moment inmitten der österreichischen Olympiamannschaft. "Das ist mein größter Sieg, dass es mir gut geht und ich am Leben bin", sagte der Skispringer: "Was mir passiert ist, war wirklich ein Wahnsinn. Alles andere ist da jetzt nicht unbedingt im Fokus."

Vor knapp vier Wochen war der 27-Jährige bei einem heftigen Trainingssturz in Bad Mitterndorf auf dem Aufsprunghang aufgeschlagen und etwa 100 Meter in den Auslauf gerutscht. Bei dem Horrorcrash erlitt Morgenstern, dreimaliger Olympiasieger und ehemaliger Gewinner der Vierschanzentournee, eine Schädelverletzung und eine Lungenquetschung. Anschließend lag er vier Tage auf der Intensivstation - und trotzdem gelang ihm der Sprung in die österreichische Mannschaft für die Winterspiele.

"Ich habe vielleicht das Unmögliche geschafft", sagte Morgenstern, der sich in den vergangenen Wochen nicht von der Aussicht auf Medaillen beflügeln ließ. Ihn habe "die Aussicht angetrieben, an den Start gehen zu können und das alles erleben zu dürfen", sagte der achtmalige Weltmeister noch im Flugzeug des österreichischen Teams auf dem Weg nach Sotschi. Schon am Donnerstag wird er beim ersten offiziellen Training am Schwarzen Meer über den Bakken gehen.

Schon im Dezember war Morgenstern in Titisee-Neustadt gestürzt, brach sich einen Finger und zog sich tiefe Cuts im Gesicht zu. Von "Glück im Unglück" schrieb er damals auf seiner Facebook-Seite - kurz darauf erwischte es ihn noch heftiger. Doch unterkriegen lässt sich Morgenstern nicht. "Ich dachte schon im Krankenhaus daran, wieder zu meiner Form zurück zu finden und auf die Schanze zu kommen. Das habe ich erreicht", sagte Morgenstern.

Für diesen unbändigen Willen bekommt der Austria-Adler von der Konkurrenz viel Respekt. "Ich habe Sportler erlebt, die sind an einem weniger schlimmen Sturz zerbrochen", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Nicht so sein Landsmann Morgenstern: "Das war sicher einer der schwersten Stürze der letzten fünf Jahre. Er ist ein außergewöhnlicher Sportler."

Viermal stand Morgenstern in diesem Winter auf dem Podest, holte einen seiner insgesamt 23 Weltcupsiege. Dass er nach seiner Leidenszeit nun nicht zu den absoluten Goldfavoriten zählt, stört ihn selbst wohl am wenigsten. "Es ist schön zu wissen, dass die Goldmedaille schon daheim hängt und dass ich nichts erzwingen muss. Ich kann frei aufspringen", sagte er.

In Turin hatte er 2006 Gold mit dem Team und auf der Großschanze gewonnen, vier Jahre später reichte es in Vancouver erneut zum Mannschafts-Olympiasieg. "Jetzt freue ich mich richtig auf die Springen", sagte Morgenstern. Sotschi-Tourist will er aber nicht sein: "Ich werde mich ganz sicher in guter Form präsentieren."
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