Marcel Hirscher greift nach dem dritten Weltcup-Gesamtsieg - ein Portrait

Marcel Hirscher ist zweifelsohne der Ski-Superstar der letzten Jahre. Er gewann den Gesamtweltcup zweimal in Folge, dazu rettete er Österreichs Ehre bei der Heim-Weltmeisterschaft in Schladming im Alleingang. Nach durchwachsenen Olympischen Spielen will sich Hirscher nun abermals zum König der Skifahrer krönen lassen.

Marcel Hirscher greift nach dem dritten Weltcup-Gesamtsieg - ein Portrait

Dass Marcel Hirscher einmal Skifahrer werden würde, stand früh außer Frage. Der Halleiner wurde schließlich als Sohn zweier Skilehrer geboren. Wenige wissen aber, dass Hirscher zur Hälfte Niederländer ist. Seine Mutter Sylvia hat ihm auch die niederländische Staatsbürgerschaft mitgegeben.

Österreich wäre das Supertalent sogar fast durch die Lappen gegangen. Vater Ferdinand, bis heute sein Privattrainer, hatte nämlich damit spekuliert, Marcel in den holländischen Skiverband zu geben. Die Infrastruktur sprach letztendlich aber doch für den ÖSV.

Rascher Einstieg in die Weltspitze
Hirscher ging den üblichen Weg eines Nachwuchsskiläufers und gewann nach nur kurzer Zeit Rennen im Europacup und die Junioren-Weltmeisterschaft im Riesentorlauf 2007. Im Winter 2007/08 wurde Hirscher dementsprechend mehrmals im Weltcup eingesetzt und schaffte es in dieser Saison bereits zweimal auf das Podest.

Im Weltcup etablierte er sich vorallem als sehr beständiger Fahrer, der meist in die Top 10 fuhr. Im Dezember 2009 konnte er dann auch sein erstes Rennen, den Riesenslalom von Val-d'isere für sich entscheiden. In der Saison 2009/10 konnte er bereits den sechsten Rang im Gesamtweltcup erreichen. Bei den Olympischen Spielen in Vancouver hatte er allerdings Pech. Mit den Plätzen 4 und 5 blieb er zweimal knapp außerhalb der Medaillenränge. Ein Trauma, dass ihm auch noch in Sotschi zu schaffen machte.

Schwere Verletzung und furioses Comeback
Marcel Hirscher war in der Weltspitze also angekommen. Und auch die Erwartungen in den mittlerweile 25-jährigen Salzburger stiegen rapide an. Nach einer guten Saison wollte Hirscher bei der Weltmeisterschaft 2011 auch erstmals eine Medaille gewinnen. Ein Sturz im Riesenslalom von Hinterstoder, er brach sich das Kahlbein im linken Fuß, beendete seine Saison jedoch früh.

Diese Verletzung entmutige Hirscher aber ganz und gar nicht. Im Gegenteil: In seiner Comeback-Saison 2011/12 dominiert er die Technikdisziplinen nach Belieben und gewinnt Rennen um Rennen, so dass er mit 55 Punkten Rückstand auf den Schweizer Beat Feuz ins Weltcup-Finale von Schladming ging. Die Sensation war groß, als Hirscher mit einem dritten Platz im Super-G, eine Disziplin, die er kaum trainiert, dem Schweizer die entscheidenen Punkte abnahm und zum ersten Mal den Gesamtweltcup gewann.

Held von Schladming, Favorit für Sotschi
Der Fokus für die Saison 2012/13 war klar: Eine WM-Goldene in Schladming muss her. Nach einer hervorragenden Saison und sechs Weltcup-Siegen stand Hirscher unter dem Druck der gesamten Nation. Und er hielt ihm stand: Nach Silber im Riesenslalom gewinnt er am letzten Tag der WM die erste und einzige österreichische Einzel-Goldmedaille. Im Teambewerb konnte er nochmals auf das oberste Stockerl steigen. Zum Drüberstreuen gab es den zweiten Gesamtweltcup-Sieg in Folge.

Somit fehlte Hirscher nur noch ein Schmuckstück in seiner Sammlung: Olympisches Gold. Über die Saison hinweg zählte Hirscher abermals zu den besten Skifahrern und Topanwärtern für den Gesamtweltcup. Ganz so beeindruckend wie im Vorjahr waren seine Leistungen in der laufenden Saison aber nicht.

Hirschers gesamte Vorbereitung war auf Sotschi fixiert. Doch leider kam er weder mit dem russischen Schnee noch mit dem Olympiahang so wirklich zurecht. Nach Platz 4 im Riesentorlauf resignierte der Salzburger und hielt eine Olympiamedaille im Slalom für unerreichbar.

Nach dem ersten Durchgang und Zwischenrang 9 schien seine Prognose traurige Wirklichkeit zu werden. Mit einem unglaublichen Finallauf kämpfte er sich aber zu Silber und zu seiner ersten olympisches Medaille. Im Gesamtweltcup geht Hirscher mit fünf Punkten Vorsprung auf Aksel Lund Svindal als Führender ins Weltcupfinale nach Lenzerheide .

Ein echter Gewinnertyp
Marcel Hirscher ist ein wahrer Sunnyboy. Er hat bei jedem Interview einen Schmäh auf den Lippen und bleibt sich auch selbst nichts schuldig, wenn es darum geht, nach schlechten Leistungen die Fehler bei der eigenen Leistung zu suchen. Wenn ein Sportreporter aber einmal eine wirklich dämliche Frage stellt, kann Hirscher auch sehr bissig antworten.

Der 25-Jährige ist mit der ehemaligen Miss Salzburg Laura Moisl liiert. Auch in seiner Freizeit dreht sich für Hirscher alles um den Sport, vor allem Motocross, Kajak- und Radfahren haben es ihm angetan. Außerdem weiß er auch krankheitsbedingte Pausen zu schätzen. Die verbringt er wohl am liebsten mit seiner Freundin, seinem Hund, aber auch mit seiner Playstation.

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