Lindsey Vonn fehlt bei den Olympischen Spielen in Sotschi

Lindsey Vonn fehlt bei den Olympischen Spielen in Sotschi

Speed-Queen Lindsey Vonn, Titelverteidigerin im olympischen Damen-Abfahrtslauf, muss ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi absagen.

"I am devastated" - ich bin am Boden zerstört, dass ich nicht in Sotschi antreten können werde, schreibt Lindsey Vonn, die in den letzten Jahren schnellste Dame auf Skiern, auf ihrer Facebook-Seite. Damit teilt sie ihren Fans und der Öffentlichkeit mit, was viele schon befürchtet hatten: Vonn, der Superstar im alpinen Damenskirennsport der vergangenen Jahre und Goldmedailiengewinnerin im Abfahrtslauf bei den Olympischen Spielen von Vancouver 2010, wird nach dem Kreuzbandriss, den sie sich bei einem Trainingssturz am 19. November in Copper Mountain zugezogen hat, bei den Olymischen Spielen in Sotschi fehlen.

"Ich habe alles versucht, um stark genug zu werden, aber mein Knie ist zu instabil, um auf dem notwendigen Level mithalten zu können, schreibt Vonn weiter. Sie wird sich nun einer Operation unterziehen und sich im Anschluss daran auf die Weltmeisterschaften in Vail, Colorado, im Februar 2015 konzentrieren. "Das positive daran ist, dass dadurch ein Platz für meine Teamkolleginnen frei wird, die um Gold kämpfen können", schreibt Vonn und verspricht, allen Fahrerinnen und natürlich besonders dem US-Team die Daumen zu drücken.

Bill Marolt, Präsident des US-Skiverbandes, sgte in einer Reaktion auf die Olympia-Absage von Vonn: "Ich habe vollstes Vertrauen, dass Lindsey in der nächsten Weltcup-Saison am Start sein wird. Sie kennt die harte Arbeit, um an die Spitze zu kommen und hat immer noch wichtige Ziele in ihrer unglaubliche Karriere zu erreichen."

Unabhängig vom Fehlen seines Superstars sei das US-Team dennoch stark und gut vorbereitet. "Das Damen-Speed-Team besteht aus fünf erfahrenen Athletinnen, die alle Weltcup-Podestplätze erreicht haben, sowie der erfahrenen Julia Mancuso, die in ihrer Karriere drei Olympia-Medaillen gewonnen hat", versicherte Marolt.

Anhaltendes Verletzungspech

Vonns Pechsträhne begann am 5. Februar 2013: Bei der WM in Schladming verletzte sie sich gleich zum Auftakt im Super-G schwer. Bei der Landung nach dem Posersprung blieb die Gesamtweltcupsiegerin im weichen Schnee hängen und schreiend auf der Piste liegen. Das Rennen war zuvor wegen Nebels immer wieder verschoben worden. Die bittere Diagnose am Abend: Riss des Kreuzbandes und Innenbandes im rechten Knie, Bruch des Schienbeinkopfes. Die Ärzte rechneten mit etwa neun Monaten Pause.

6. Februar: Vonn gibt sich kämpferisch. "Ich kann euch versichern, dass ich so hart arbeiten werde, wie es menschlich möglich ist, um mein Land nächstes Jahr in Sotschi zu repräsentieren", teilt die US-Amerikanerin mit.

10. Februar: Der Chefarzt des US-Ski-Verbandes, Bill Sterett, operiert die mehrfache Weltmeisterin in Vail. Die Eingriff verläuft laut Ärzten ohne Komplikationen. "Es wird ein langer und harter Weg zurück, aber ich werde zurückkommen", erklärt Vonn.

23. Februar: Vonn meldet sich zum Unfallhergang zu Wort und gibt der WM-Jury eine Mitschuld: "Es war definitiv nicht sicher, das Rennen mit dem Nebel zu fahren."

13. März: Vonn hat vor ihrer Verletzung so viele Zähler gesammelt, dass sie im Abfahrts-Weltcup nicht mehr eingeholt wird. Beim Weltcup-Finale in Lenzerheide fehlt der Slowenin Tina Maze ein Punkt auf Vonn.

31. März: Früher als von den Ärzten erwartet will Vonn wieder auf der Piste trainieren: "Ich hoffe, dass ich im September wieder Ski fahren kann. Wenn das nicht gut geht, dann hoffentlich Oktober."

8./9. September: Vonn absolviert in Chile ihr erstes Training auf Schnee. "Ich bin schon oft in meiner Karriere gestürzt und versuche nun so schnell wie möglich zurückzukommen", sagt sie.

2. Oktober: Vonn fasst ein Comeback beim Weltcup-Auftakt am 26. Oktober in Sölden ins Auge: "Aber ich werde nicht starten, bis ich absolut bei 100 Prozent bin."

23. Oktober: Drei Tage vor dem Gletscher-Rennen in Tirol verzichtet Vonn auf einen Start, betont aber: "Ich fühle mich körperlich großartig."

6. November: Vonn absolviert in Copper Mountain erste Abfahrtsübungsfahrten. "Ich fühle mich frisch und trainiere hart. Alles ist perfekt", sagt die viermalige Gesamtweltcupsiegerin.

19. November: Vonn stürzt in Copper Mountain schwer. Zunächst heißt es vom US-Verband: Nichts schlimmes passiert.

20. November: Der Skistar ist doch schwerer verletzt als zunächst angenommen. Laut einem Sprecher hat Vonn einen Teilriss des vorderen Kreuzbandes erlitten.

6. Dezember: Zehn Monate nach ihrer WM-Verletzung gibt Vonn in der Weltcup-Abfahrt in Lake Louise/Kanada ihr Comeback, fährt aber vorsichtig - es reicht zu Rang 40. Rang 5 im Super-G zwei Tage später gibt Anlass zur Hoffnung. Dann aber verzichtet Vonn auf einen Start in St. Moritz am darauffolgenden Wochenende.

21. Dezember: Vonn muss die Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere vor dem Ziel mit schmerzverzerrtem Gesicht abbrechen. Im ZDF-Interview gibt sie zu: Das Kreuzband riss in Copper Mountain erneut. Der Notplan lautet dann: Nach Hause, Behandlung, Training und auch ohne Rennen nach Sotschi. Dann erst eine weitere OP.

7. Jänner: "Am Boden zerstört" gibt Vonn ihren Olympia-Verzicht und eine baldige Operation bekannt.

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