Lebenslange Dopingsperre für Walter Mayer

Der ehemalige Langlauf-Erfolgstrainer Walter Mayer ist von der Österreichischen Anti-Doping-Rechtskommission (ÖADR) lebenslang gesperrt worden. Die ÖADR schloss sich somit der rechtskräftigen Verurteilung des Wiener Oberlandesgerichtes an.

Lebenslange Dopingsperre für Walter Mayer

15 Monate bedingte Haften bekam Mayer desweiteren durch das Oberlandesgericht. Die Sperre wurde verhängt, "da er (Anm.: Mayer) zwischen Sommer 2008 und Februar 2009 für eine Athletin einen Doping-Plan erstellte, die dafür notwendigen verbotenen Substanzen und Gerätschaften beschaffte sowie die Zuführung an die Athletin organisierte und überwachte".

Zwischen Dezember 2005 und August 2008 habe Mayer außerdem verbotene Substanzen an "nicht mehr genau feststellbare Sportler" verteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Mayer kann innerhalb von vier Wochen Einspruch erheben.

Vater des österreichischen Langlaufwunders
Während Mayers aktive Langlauf-Karriere ohne nennenswerte Erfolge bliebt, machte er als Trainer auf sich aufmerksam. Nachdem der österreichische Langlauf jahrelang ein Underdog-Dasein lebte, gab es bei Olympia 1998 gleich zwei Langlaufmedaillen. Bei der Nordischen WM 1999 in der Ramsau gab es dazu die Goldmedaille in der Staffel. Nach weiteren Erfolgen bei den Olympischen Spielen 2002 (Gold und Silber) kam der Bruch.

Nach den Spielen von Salt Lake City wurden im Teamquartier der österreichischen Langlaufer Spritzen und Blutbeutel gefunden. Obwohl Doping nie nachgewiesen werden konnte, wurde Mayer lebenslang von Olympischen Spiel ausgeschlossen. Nach einem Protest wurde die Sperre auf bis einschließlich Olympia 2010 reduziert und Mayer konnte seine Arbeit im ÖSV wieder aufnehmen.

Österreichs größter Dopingskandal
Obwohl ein Ausübungsverbot bei Olympia vorherschte, war Mayer bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin anwesend. Mayer war der mutmaßliche Auslöder für eine Dopingkontrolle unter massivem Polizeieinsatz im Quartier der Langläufer. Laut Turiner Staatsanwaltschaft wurden bei der Razzia über 100 Spritzen, 30 Schachteln mit Medikamenten und diverse Apparate für Bluttests und Transfusionen aufgefunden.

Tags darauf flüchtete Mayer aus Italien. Er versuchte sich einer Verkehrskontrolle zu entziehen. Er baute einen Unfall und wurde leicht verletzt. Er wurde aus dem ÖSV entlassen, jedoch nicht rechtskräftig verurteilt, Gutachter beurteilten, dass er zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen wäre.

2009 kam Mayer in Untersuchungshaft, als Gründe wurden Verdunkelungs- und Tatbehebungsgefahr angegeben. Der Vorwurf: Handel mit Dopingmitteln im großen Ausmaß. 2010 gab es einen kuriosen Höhepunkt Mayers Tätigkeiten: Die Dopingagentur NADA suchte in Kroatien seine damalige Lebensgefährtin, die Marathonläuferin Eva-Maria Gradwohl auf. Gradwohl verweigerte die Probe und Mayer beschimpfte die Kontrolleure, entschuldigte sich aber.

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