Iraschko-Stolz: Die Grand Dame des Damenspringens setzt zum Olympia-Coup an

Iraschko-Stolz: Die Grand Dame des Damenspringens setzt zum Olympia-Coup an

Das Skispringen der Damen feiert neben elf anderen Bewerben in Sotschi seine olympische Premiere. Mit Daniela Iraschko-Stolz zählt eine Österreicherin zu den heißesten Eisen im Rennen um eine Medaille. Die Weltmeisterin von 2011 und fünffache Weltcupsiegerin feierte nach fast einjähriger Verletzungspause erst im Dezember ihr Comeback.

Unter den österreichischen Topfavoriten auf eine Olympia-Medaille wurde Iraschko-Stolz im Vorfeld der Winterspiele von Sotschi stets ganz vorne genannt. Die Siegerin des Skisprungbewerbs der Damen in Russland geht in die Geschichtsbücher ein. Denn nachdem das IOC den Antrag zur Aufnahme eines Skisprung-Damenwettbewerbes für die Olympiade 2010 in Vancouver noch abgelehnt hatte, ist der Bewerb heuer in Sotschi erstmals bei Olympischen Spielen dabei.

Iraschko ist seit 1995 als Skispringerin aktiv. In den Jahren 2000 bis 2002, 2005 und 2010 gewann sie insgesamt fünfmal die Gesamtwertung des FIS Ladies Grand Prix. Beim Weltcupspringen am 12. Jänner 2013 in Hinterzarten stürzte sie schwer und zog sich dabei einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie beider Menisken des linken Knies zu. Nach einer fast einjährigen Verletzungspause erfolgte das Comeback der Eisenerzerin im Dezember 2013.

Bei der Weltmeisterschaft 2011 sorgte Iraschko-Stolz mit ihrer Goldenen für die erste österreichische Medaille im Damen-Skispringen. Es war überhaupt erst die zweite Medaille einer ÖSV-Dame bei den Nordischen nach WM-Bronze von Langläuferin Maria Theurl (15 km Skating) vor 15 Jahren bei der Heim-WM in Ramsau.

Fußball als zweite Leidenschaft

"Ich bin in Eisenerz aufgewachsen, da habe ich das Skispringen schon als Kind gekannt und das wollte ich immer schon", meinte Iraschko einmal zu ihrer Karriere. Seit der Einführung des Weltcups 2011/12 gibt es auch etwas mehr Geld und Ehren für die weiblichen "Adler". Davor hatte Iraschko selbst von zehn Siegen zu je rund 300 Euro nicht wirklich leben können.

"Meine Eltern haben gesagt, mach lieber etwas anderes. Als ich dann in die Sporthauptschule gekommen bin, habe ich mit Langlaufen begonnen, aber das war dann so langweilig nach einem Jahr." Iraschko setzte mit elf Jahren ihren Wunsch gegen ihre Eltern durch und viele Jahre später wurde ihr Traum von einer WM in diesem Sport Realität. Jener von einer Medaille aber erst zwei Jahre später in Oslo.

Iraschko geht auch einer weiteren sportlichen Leidenschaft nach: In der zweiten Mannschaft von Wacker Innsbruck spielt sie nach wie vor Fußball und hat inzwischen sogar das Tor verlassen. "Ich spiele jetzt als Stürmer und versuche, Tore zu schießen", sagte Iraschko-Stolz, deren verschiedene Coaches einen differenzierten Blick auf ihr großes Hobby haben. "Mein Skisprung-Trainer ist ganz happy, vielleicht mein Fußball-Coach nicht so sehr, weil ich nicht mehr im Tor stehen will", erzählte die Steirerin lachend.

Iraschko: "Glaube, dass es nicht gefährlich ist"

Der in den letzten Jahren voller gewordene Wettkampf-Kalender bei den Skispringerinnen gibt Iraschko-Stolz allerdings weniger Zeit für das Kicken. Die ganze Meisterschaft geht sich nicht mehr aus. "Es gibt eine zweite Mannschaft bei Wacker Innsbruck, da bin ich sehr gut aufgehoben. Es ist für mich ein Ausgleichssport. Ich glaube, dass es nicht wirklich gefährlich ist."

Damen-Cheftrainer Harald Rodlauer, der Iraschko schon seit 20 Jahren kennt, sieht es entspannt. "Sie hat immer schon Fußball gespielt. Das ist ihr wirklich eine Liebe von ihr, man würde ihr nichts Gutes tun, wenn man ihr das verbietet." Und sie würde sich das wohl auch nicht sagen lassen.

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