Die Geschäfte und Nebengeschäfte unserer Skistars

Die Geschäfte und Nebengeschäfte unserer Skistars

Abseits von Sotschi 2014 betreiben manche Sportler der aktuellen Olympia-Auswahl lukrative Geschäfte. Ex-Stars wie Rainer Schönfelder oder Hermann Maier hatten schon während ihrer aktiven Zeit richtig vorgesorgt. Format-Redakteurin Angelika Kramer ging den Geschäften der Skistars anlässlich der Ski-WM in Schladming 2013 nach. Hier ist ihre Story zum Nachlesen.

Hat Maier, vom Brotberuf Maurer, noch kolportierte drei Millionen Euro jährlich im Skizirkus abkassiert, so dürfte aktuell lediglich der norwegische Allrounder Aksel Lund Svindal an solche Fabelsummen heranreichen. Nicht weniger als zehn Sponsoren, darunter Red Bull, der Uhrenproduzent Longines und Audi, setzen auf den smarten Norweger, der sich auch im Ski-Wachstumsmarkt USA sehr gut verkaufen lässt.

Immobilientycoon Hirscher

Marcel Hirscher, auch in Sotschi eine von Österreichs größten Medaillenhoffnungen, kann von solchen Dimensionen bislang nur träumen, auch wenn er sich auf einem guten Weg befindet. Trotz seines straffen Zeitplans macht sich der 24-Jährige jedenfalls auch schon Gedanken über ein Leben nach dem Sport. Hirscher ist unter anderem am größten Bauherrenmodell der Soravia-Tochter IFA, in der Wiener Elisabethstraße 3 , mit an Bord. Dort soll eines der größten Hotels der Hauptstadt entstehen. Kommanditist, wie Hirscher einer ist, wird man dort erst ab einem Investment von 100.000 Euro.

Doch Hirscher interessiert sich nicht nur für Immobilien, sondern auch für Design. Dieses Talent hat er auch eingesetzt, um gemeinsam mit Atomic eine eigene Hirscher-Serie inklusive Helm und Schuhen zu designen.

Modedesigner Schlierenzauer

Hirscher ist nicht der einzige aktive Spitzensportler, dem es das Designen angetan hat. Überflieger Gregor Schlierenzauer, ebenfalls erst 24 Jahre alt, betätigt sich seit zwei Jahren als Modedesigner seiner Sportkollektion "gs“. An der gleichnamigen Firma besitzt er, so wie sein Manager Markus Prock und sein Vater, ein Drittel.

Geschäftstüchtigkeit beweist der Skispringer auch beim Pricing der Produkte. Wer einen echten "Gregor Schlierenzauer“ überstreifen will, muss wohlfeile 40 Euro für langärmelige Shirts und 75 Euro für Sweatshirts hinblättern. Bislang ist die Kollektion nur über seine Homepage und in der Red Bull World in Salzburg erhältlich. Aber angeblich haben schon mehrere Handelsketten angeklopft, die am Erfolg von gs mitnaschen wollen. Bislang vergeblich, denn Schlierenzauers Traum ist es, einmal einen eigenen Laden zu haben.

Pferdezüchter Mario Matt

Über ein schönes Körberlgeld abseits der Piste kann sich auch Slalom-Doppelweltmeister Mario Matt freuen. Er betreibt in seiner Heimat Tirol eine weltweit viel beachtete Araberzucht. 20 bis 25 Pferde sind in seinen Stallungen zu finden. Dressur und Verkauf der Pferde gehören mit zu seinem Business. Der geschäftstüchtige Tiroler, der vor ein paar Jahren schon einmal ans Aufhören gedacht hat, ist außerdem dick im Gastro-business. In St. Anton am Arlberg hat er vor drei Jahren das Krazy Kanguruh gekauft, eine der umsatzstärksten Après-Ski-Bars in der gesamten Region. Das Investment entpuppt sich als wahre Goldgrube: Letztes Jahr verdiente Matt damit mehr als 300.000 Euro.

Hermann Maier: Seven Summits

Auch Hermann Maier ist nach seiner Karriere auf den Geschmack gekommen. Und auch wenn er eigentlich nicht mehr arbeiten müsste, wie seine Exkollegen versichern, ist er fleißig am Designen. Maier erarbeitet gemeinsam mit Sport Eybl die "Seven Summit“-Linie. Sein Engagement geht dabei weit über das Verleihen seines Namens hinaus. "Er testet die Materialien selbst, und wenn ihm zum Beispiel ein Reißverschluss nicht passt, wirft er ihn auch zurück“, berichtet ein Bekannter. Dieser Einsatz soll dem Herminator immerhin ein hohes sechsstelliges Jahressalär einbringen.

Investor Rainer Schönfelder

Wirre Locken, ein breites Grinsen und offener Krawattenknopf - damit ist Rainer Schönfelder nicht gerade der Prototyp eines seriösen Finanzberaters. Schönfelder, einst einer der weltbesten Slalomfahrer und mehrfacher Medaillengewinner, präsentiert sich aber genau so auf der Website seiner eigenen Investmentfirma "You will like it".

Kaum ein anderer der aktiven österreichischen Skisportler hat an seiner zweiten Karriere so intensiv gebastelt wie Schönfelder. Im Skizirkus lief es für den Kärntner schon länger nicht mehr ganz so rund, das Karriere-Ende war die logische Folge. Aber Investor? "Ich habe mich schon immer für Zahlen und Formeln interessiert“, berichtet Schönfelder, der im Gymnasium in Stams in Mathematik sogar ein Jahr früher maturiert hat.

An der Börse wurde er schon bald nach der Matura aktiv. Anfangs spekulierte er noch mit eigenem Geld, später auch für Bekannte und Freunde, die sein Talent für Investments erkannten. Schönfelder ist mit "You will like it" beim Wiener Vermögensberater Schiketanz Capital Advisors eingestiegen. Über Kunden und anvertrautes Vermögen hält sich der sonst so gesprächige Athlet - ganz Neo-Banker - aber zurück. Andere Skifahrer dürften jedenfalls auch zu seinen Kunden zählen. "Unter meinen Sportlerkollegen ist bekannt, was ich mache, und natürlich habe ich schon dem einen oder anderen einen freundschaftlichen Rat gegeben“, sagt Schönfelder.

Aber nicht immer gehen Erfolg im Sport und Erfolg im Business Hand in Hand. Das weiß auch Schönfelder. "Ich musste als Investor anfangs sehr herbe Verluste einstecken“, berichtet er. Aber wenn Spitzensportler etwas gelernt haben, dann ist es, nach einem Sturz wieder aufzustehen.

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